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DAS Pressemeldungen

KW 12: Putsch!

DAS Pressespiegel vom 17.03.12 - 23.03.12

 

(Links zu den Originalbeiträgen, keine Haftung der DAS e.V.!)


  

Putsch in Mali! Lange Zeit galt das Land als Musterdemokratie, nun kommen ausgerechnet von dort Nachrichten, die wir längst einer unschönen afrikanischen Vergangenheit angehörend glaubten: Meuternde Soldaten stürmen den Palast des demokratisch gewählten Präsidenten Amadou Toumani Touré, dessen Amtszeit dieses Jahr ohnehin abgelaufen wäre. Sie werfen ihm "Unfähigkeit" bei der Bekämpfung des Tuareg-Aufstandes vor. Noch ist die Lage in Mali vollkommen unübersichtlich, der Erfolg des Militärputsches unter Amadou Senogo noch nicht gewiss. Gewiss aber wird Mali uns und die Medien weiter beschäftigen.

 

Zynisch gesagt: In Somalia gehören Angriffe auf den Präsidentenpalast zum traurigen Alltag. Auch diese Woche gab es gleich mehrere davon. Derweil hat die EU beschlossen, Piraten künftig auch an Land zu bekämpfen.

 

Unruhig auch weiter die Lage in Libyen: In der nach Autonomie strebenden Provinz Cyreneika kommt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Indessen wurde Gaddafis ehemaliger Geheimdienstchef in Mauretanien festgenommen. Sowohl Tripolis als auch der Internationale Strafgerichtshof bemühen sich um seine Auslieferung.

 

Der derzeit wohl bekannteste Kriegsverbrecher auf der ICC-Fahndungsliste, Joseph Kony, bleibt hingegen trotz der viralen Kampagne zu seiner Festnahme weiterhin im Untergrund. Dafür wurde der Regisseur von "Kony 2012" in den USA in die Psychatrie eingeliefert.

 

Ägyptens Christen sind nach dem Tod des koptischens Papstes Shenuda III. in einer brenzligen Situation. Gleiches gilt leider für die deutsche Geisel, mit der Al-Qaida Nigeria die Bundesregierung zu erpressen versucht.

 

Und sonst?! Während Horst Köhlers Lieblingsthema weiterhin Afrika bleibt, wartet Ougadougou auf Joachim Gauck. Guinea-Bissau versucht einen neuen Präsidenten zu wählen, gleiches tut der Senegal - allerdings erst diesen Sonntag. In Marokko demonstrieren nicht nur Frauen gegen ein unmenschliches Gesetz über die Zwangsverheiratung von Vergewaltigungsopfern mit ihren Peinigern. Ein Spatenstich Angela Merkels in Angola hat ein juristisches Nachspiel, Simbabwes Wahlen hingegen haben ein blutiges Vorspiel. Hunger droht diesmal leider in Niger. Und Südafrika konkurriert mit Australien um ein Riesenteleskop!

 

Wir wünschen ein sonniges Wochenende!

 

DAS Leseempfehlung(en) der Woche:

Es ist nicht gut bestellt um die Rechte von sexuellen Minderheiten in Afrika. Diskriminierung von und Gewalt gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender ist weit verbreitet, rechtlicher Schutz in den meisten Ländern des Kontinents nicht gegeben. Einige beteiligen sich sogar aktiv an der Verfolgung und stellen beispielswiese Homosexualität unter harte Sanktionen, bis hin zur Todesstrafe. Internationale Bemühungen für einen verbesserten Schutz von Rechten sexueller Minderheiten werden von vielen - selbst fortschrittlichen - afrikanischen Regierungen als "westliche Propagierung von Homosexualität" und als Angriff auf vermeintlich "traditionelle" Werte und afrikanische Souveränität abgewehrt. Umso bemerkenswerter, dass sich mit Südafrika nun ein afrikanisches Land an die Spitze einer Bewegung für die Rechte sexueller Minderheiten gestellt hat. Die "Regenbogen-Nation" mit der liberalen Verfassung ist das einzige Land auf dem Kontinent, wo die Rechte sexueller Minderheiten konstitutionell verankert sind und sogar "Homo-Ehen" legal sind. Gegen zum Teil heftige Kritik afrikanischer "Brudernationen" hat Südafrika nun vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf die erste Debatte über seuxelle Minderheiten überhaupt initiiert. In der südafrikanischen Wochenzeitung Mail & Guardian analysiert Marc Gevisser Südafrikas bemerkenswerte Vorreiterrolle in Afrika.

Eine sehr informative und ausgewogene Leseempfehlung!

 

 

Putsch in Mali

 

Somalia

 

Libyen

  • Ein Toter bei Angriff auf Demonstranten (spiegel.de, 17.03.)
    Während einer Kundgebung in der Stadt Bengasi sind Demonstranten von Bewaffneten mit Messern, Steinen und Schusswaffen angegriffen worden. Mindestens ein Mensch starb. Rund 2000 Libyer hatten für die Gründung einer autonomen Region protestiert.

 

Ägypten

 

Nigeria



Joseph Kony


 

Und sonst?

  • Niger droht Hungerkrise (zeit.de, 21.03.)
    Hilfsorganisationen warnen vor einer Hungerkatastrophe in Westafrika. Etwa 13 Millionen Menschen sind einer Studie zufolge bedroht. Besonders der Niger ist betroffen.


 


 

 

Die Auswahl ans Links zu Afrika-relevanten Beiträgen in deutschen Medien kann keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Bislang werten wir nur die Online-Auftritte von welt.de, sueddeutsche.de, faz.net, spiegel.de, zeit.de, taz.de, tagesspiegel.de, ftd.de, nzz.ch und derstandard.at aus. Hinzu kommen einzelne Beiträge aus anderen nationalen und internationalen Medien. Wir hoffen, dies in Zukunft erweitern zu können.

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