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DAS Pressemeldungen

KW 14: Der Fall Timbuktus

DAS Pressespiegel vom 31.03.12 - 05.04.12

 

(Links zu den Originalbeiträgen, keine Haftung der DAS e.V.!)

Diese Woche wegen Karfreitag nur bis einschließlich Gründonnerstag, den 05.04.12.


Timbuktu ist gefallen! Nach dem Militärputsch in Mali ist der Bürgerkrieg der Tuareg-Rebellen gegen die Zentralgewalt zunehmend außer Kontrolle geraten. Im Kampf der Tuareg um einen unabhängigen Staat Azawad fiel mit  Timbuktu nun ein Ort in ihre Hände, der als zentraler Topos sowohl unserer Afrika-Imagination als auch afrikanischen Selbstverständnisses wie kaum ein anderer für Weltkulturerbe aus Afrika steht. Ohne Widerstand soll die Stadt eingenommen worden sein. Dass die einzigartigen, Jahrhunderte alten Manuskripte, die in Timbuktus Archiven lagern, die Wirren dieses Bürgerkrieges überstehen, bleibt nur zu hoffen ...

So jedenfalls hatten sich die Soldaten unter Amadou Sanogo die Folgen ihres Putsches, den manche gar als "Zufallsputsch" umschreiben, ganz sicher nicht vorgestellt. Aber auch ohne die Tuareg wird es eng um die Putschisten: Nachdem Malis Nachbarstaaten sowie die westafrikanische Staatengemeinschaft ECOWAS den Putschisten noch Ende letzter Woche ein Ultimatum stellten und mit „diplomatischen, wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen“ drohten, ruderte Sanogo ein wenig zurück. Am Montag setzte er die Verfassung wieder in Kraft und kündigte Neuwahlen an. Diese hätten ohnehin dieses Jahr angestanden! Sicher ist angesichts der derzeitigen Lage in Mali aber nur eines: Wir werden noch viel drüber lesen - übrigens auch in unserer DAS Leseempfehlung der Woche (siehe unten...)

 

In Somalia beobachten wir leider weiterhin, wie sich Hoffnungsmeldungen in kürzester Zeit in ihr Gegenteil verkehren: Gerade erst wurde das Nationaltheater in Mogadischu wiedereröffnet, nun kamen dort bei einem Selbstmordanschlag mindestens sieben Menschen, darunter der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees und der Chef des somalischen Fußballverbandes, ums Leben. Regierungschef Abdiweli Mohamed Ali blieb unverletzt. Laut eines Sprechers der radikalislamischen al Shabaab-Miliz, wurde das Attentat von einer Sympathisantin des Netzwerks verübt.

 

In Ägypten sorgt die Präsidentschaftskandidatur des der Muslimbruderschaft angehörigen Geschäftsmannes Chairat al-Shater für Aufsehen. Nachdem der politische Arm der Bewegung bereits fast die Hälfte der Sitze im Parlament hält, fürchten liberale nationale Kräfte sowie einige westliche Länder eine weitere Islamisierung Ägyptens. Der nun als Favorit auf das Präsidentenamt geltende Al-Shater kündigte bereits an, als "erstes und endgültiges Ziel", die islamische Rechtssprechung, die Scharia, einführen zu wollen. Insha'Allah ...

 

In Nigeria scheint die Regierung dem Terror der islamistischen Sekte Boko Haram nicht Einhalt gebieten zu können. Auf einem belebten Markt in Maiduguri wurden diese Woche sieben Menschen erschossen.

 

Nicht sehr überraschend verfolgten wir in den letzten Tagen die wieder schwindende Präsenz Joseph Konys in den Medien. Aber: Die taz war dem Warlord und seiner LRA auf den Spuren und veröffentlicht ein grausames Bild der Machenschaften Konys.

 

Und sonst!? Wolfgang Drechsler sorgt sich zunehmend um die Zukunft von Südafrikas Verfassung und Demokratie. Tunesiens regierende Ennahda-Partei schließt eine Normalisierung des Verhältnisses zu Israel aus und verhandelt mit den Salafisten. Gleich zwei Artikel beschäftigen sich mit der Fischerei und deren Folgen in Afrika. Ein afrikanischer Popstar wird Kulturminister im Senegal. Und in Angola zeigt sich erster Protest gegen Präsident Eduardo dos Santos. Den kulturellen Abschluss machen ein Reisebericht über Kamerun und die Vorstellung des neuen Albums des blinden Soul-Duos Amadou & Mariam.


Wir wünschen Frohe Osterfeiertage!

 

DAS Leseempfehlung(en) der Woche:

Ebenso überraschend wie plötzlich hat sich der Militärputsch in Mali ereignet - jedenfalls in unserer Wahrnhemung. Daher ist das Interesse an Hintergünden nun groß. Die Putschisten, unzufrieden mit der Auftreten des Präsidenten im Kampf gegen die Tuareg-Rebellen, trafen bei ihrem Putschversuch auf keinerlei Widerstand und scheinen selbst überrascht über die Situation in der sie sich befinden. The Economist hat sich der Frage angenommen, wer die Putschisten und ihr Anführer Amadou Sanogo eigentlich sind und welche Zukunftsvision sie von Mali haben. Der Bericht geht in eine interessante Tiefe und legt die Interessenverflechtungen aber auch -differenzen der unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen dar. Der Artikel ist für ein tieferes Verständnis der aktuellen Ereignisse in Mali daher äußerst lesenswert.

Putsch in Mali

 

 

Somalia

 

Libyen

 

Ägypten


Nigeria


Joseph Kony

 

Und sonst?


 

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