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"MS Liemba: Geschichte mit Zukunft"

Parlamentarischer Abend der DAS e.V.

Datum: 09.Februar 2012

Ort: Berlin, Deutscher Bundestag, Jakob-Kaiser-Haus

 

 

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Flaggschiff deutsch-tansanischer Partnerschaft

Über fast 100 Jahre hat sich die Liemba zu einem Flaggschiff der deutsch-tansanischen Beziehungen entwickelt. Im Februar 1915 wurde das von der Papenburger Meyer-Werft gebaute Dampfschiff Götzen auf dem damals deutsch-ostafrikanischen Teil des Tanganjika-Sees in Betrieb genommen. Seither pflügt das Fracht- und Personenschiff, 1927 auf Liemba umgetauft, durch die Wellen der Kolonial-. Kriegs- und Unabhängigkeitsgeschichte Ostafrikas. Sie ist selbst ein Stück lebendige Geschichte, oft beschrieben und verfilmt. Allerdings nagt der Zahn der Zeit an dem Schiff, das in der Gegenwart der Menschen am Tanganjikasee ein unverzichtbares Vehikel für Menschen und Waren ist.

Der Liemba eine Zukunft zu garantieren - das ist der Hintergrund der tansanischen Bitte um deutsche Hilfe bei der dringend notwendigen Sanierung. Derzeit verhandeln gleich mehrere deutsche Ministerien, Organisationen und Initiativen zusammen mit den tansanischen Partnern über Zukunftsperspektiven der Liemba. Die DAS e.V. brachte etliche dieser Akteure zu einem Parlamentarischen Abend im Deutschen Bundestag zusammen, um über den Stand der Dinge zu informieren.

 

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v.l.n.r.: DAS e.V.-Präsident Hartwig Fischer MdB, Heinz Davidsohn und Nicole Ewart-May (Niedersächsische Staatskanzlei, Jochen Zerrahn (Meyer-Werft).
Bild: Rolf G. Wackenberg.

Finanzzusage der Heidelberg Cement AG

Eine gute Nachricht konnte DAS e.V.-Präsident Hartwig Fischer MdB gleich zu Beginn überbringen: Die Heidelberg Cement AG, die mit Tochterunternehmen sehr aktiv in Tansania ist, habe zugesagt, zwischen 500.000 und 2,5 Millionen Euro für eine Sanierung des Schiffes bereitzustellen. Die Gesamtrenovierungskosten werden von Experten der Meyer-Werft auf 6-8 Millionen Euro geschätzt.

Mit dieser privatwirtschaftlichen Zusage kommt neue Dynamik in einen Prozess, der zuletzt ins Stocken geraten war, nachdem bei den jüngsten bilateralen Regierungsverhandlungen das Angebot des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die Renovierung der Liemba und generall die Schifffahrt auf dem Tanganjikasee im Rahmen der bestehenden Entwicklungszuammenarbeit zwischen Deutschland und Tansania als Entwicklungsprojekt anzugehen, von tansanischer Regierungsseite abgelehnt worden war. Dieser hatten eigentlich zusätzliche Mittel vorgeschwebt.

Zudem gibt es zwischen dem BMZ, dem Auswärtigen Amt und der niedersächsischen Staatskanzlei, die sich - unter anderem aufgrund des Papenburg-Bezuges - bereits unter der Amtszeit des damaligen Ministerpräsidenten und heutigen  Bundespräsidenten Christian Wulff der Liemba annahm, offenbar unterschiedliche Auffassungen über die Notwenigkeit und Machbarkeit einer Renovierung des alten Schiffes. Ein vom BMZ in Auftrag gegebenes Gutachten der KfW etwa beurteilte die Überholung der Liemba negativ, während beispielsweise die niedersächsische Staatskanzlei ihrerseits das Gutachten kritisiert und ein neues fordert.

 


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Vor der Reise des Bundespräsidenten

Wenige Wochen vor der Tansania-Reise von Bundespräsident Wulff wurde der Parlamentarische Abend nun zu Appellen genutzt, der Liemba doch noch eine Chance zu geben, mit deutscher Hilfe weiter zu fahren. Michael Berg sowie Elisabeth und Franz Hiss, Initiatoren des Vereins Run Liemba, legten Geschichte, Gegenwart und Zunkunftsperspektiven der Liemba dar, während Jochen Zerrahn als Experte der Meyer-Werft seine technische Einschätzung des selbst begutachteten Schiffes auf folgenden Punkt bracht: "Eine Renovierung ist machbar und lohnt sich." Heinz Davidssohn als Vertreter der niesersächsischen Staatskanzlei erläuterte die komplizierte politische Gemengelange und warb eindringlich für eine deutsches Entwicklungsprojekt zur Rettung der Liemba. Der bekannte österreichische Sänger Hubert von Goisern, der auf einer Tansania-Reise selbst zum Fan des Schiffes wurde, warb zum Abschluss noch einmal emotional für eine Erhaltung der Liemba als ein Flaggschiff für Frieden und Entwicklung am Tanganjikasee.

 

Noch sind die Tage der Liemba auf dem Tanganjikasee nicht gezählt. Der Parlamentarische Abend der DAS e.V. hat insbesondere mit der bekannt gewordenen Finanzzusage der Heidelberg Cement AG dazu beigetragen, der Geschichte eine Zukunft zu geben.

 

 

 

Die Vorträge und Präsentationen des Parlamentarischen Abends finden Sie in Kürze HIER zum Download!