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Deutscher Afrika-Preis

Das Ende des Kalten Krieges hatte weitreichende Konsequenzen auch und gerade für den afrikanischen Kontinent, denn das System der politischen Unterstützung änderte sich von nun an grundlegend. Die einzelnen Staaten waren kein Mittel zum Zweck europäischer Politik mehr und gerieten dadurch noch weiter in den Hintergrund als es bereits vorher schon der Fall gewesen war.

Aus dieser Situation heraus erfand Prof. Dr. Karl-Heinz Hornhues, Präsident der Deutschen Afrika Stiftung e.V. von 1987 bis 2010, den Deutschen Afrika-Preis, um damit den gegensätzlichen Weg einzuschlagen und zu betonen: Wir vergessen Afrika nicht. Mit dem Preis ehrt die DAS e.V. herausragende afrikanische Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für Demokratie, Frieden, Menschenrechte, Kunst und Kultur, Wirtschaftsförderung und soziale Belange mit Mut, Engagement und Integrität einsetzen. Im Jahre 1993 führten die guten Kontakte zu Richard von Weizsäcker zu der ersten Verleihung durch den damaligen Bundespräsidenten. Auf diesem Weg erreichte der Deutsche Afrika-Preis bereits von Anfang an ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Ansehen in Deutschland, aber auch in Afrika. Seit dem wird die Verleihung des Deutschen Afrika-Preises stets von führenden Persönlichkeiten der deutschen Politik vorgenommen. Zuvor entscheidet eine unabhängige Jury über den oder die jeweiligen Preisträger.

Die breite öffentliche Beachtung, der mittlerweile wichtigsten alljährlichen Veranstaltung der Deutschen Afrika Stiftung e.V., erlaubt es ein differenziertes Afrikabild wiederzugeben und zur Befassung mit dem Kontinent auf Augenhöhe anzuregen. Ziel der Verleihung ist es, Menschen, die für Freiheit, Menschenrechte, mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht, gegen Korruption, für verantwortliches Regieren, Friedensbemühungen und eine selbstbewusste und selbstverantwortliche Zivilgesellschaft eintreten, zu unterstützen, Ihr Engagement zu fördern und Nachahmer zu animieren. Die bisherigen Preisträger kommen aus 14 verschiedenen Ländern und sind ein eindrucksvoller Beleg dafür, welch vielfältiges Potenzial in diesem oft vorschnell beurteilten Kontinent vorhanden ist. Zu den Ausgezeichneten zählen Politiker, UN-Beauftragte, Wissenschaftler, Geistliche, Ökonomen, Menschenrechtler, Entwicklungshelfer und Künstler, die sich auf vielfältigste Weise für hochzuschätzende Projekte Afrikas verdient gemacht haben und darüber hinaus das Bild des afrikanischen Kontinents international positiv prägen. Die Engagements erstrecken sich vom Einsatz gegen Genitalverstümmelung, Kindersoldaten und HIV/AIDS bis hin zu Mechanismen der afrikanischen Staatengemeinschaft wie dem African Peer Review Mechanism (APRM).

Nicht selten sehen sich die Preisträger als Stellvertreter und widmen den Preis ihren Mitstreitern und Kollegen. So beispielsweise der ehemalige Präsident Malis, Alpha Oumar Konaré. Die Zeremonie der Preisvergabe fand 2003 in Addis Abeba im Beisein seiner Kollegen der AU-Kommission statt, dessen Vorsitzender er damals war. Der Deutsche Afrika-Preis war ein Ansporn, das Engagement beizubehalten und zu zeigen, dass sie zu Recht ausgezeichnet wurden. Eine Einstellung, die allen Preisträgern bisher gemeinsam ist.