KW 37: Reibung und Elektrizität

Pressespiegel vom 08.09.2017 bis 15.09.2017

Spannungen zwischen Opposition und Regierung in Tansania
Die Beziehung zwischen Regierung und Opposition in Tansania wird zunehmend angespannter. Kritiker werfen Präsident John Magufuli vor massiv gegen Oppositionelle vorzugehen und die Medienfreiheit zu beschneiden. Regelmäßig werden Vertreter der politischen Opposition, darunter auch Parlamentarier, von der Polizei verhaftet und aus nicht rechtskonformen Gründen für längere Zeit festgehalten. Der vergangene Freitag könnte die ohnehin angespannte Lage weiter verschärfen. Unbekannte hatten den Oppositionsführer Tundu Lissu von der Oppositionspartei Chadema auf dem Heimweg von einer Parlamentssitzung angriffen und durch Schüsse verletzt. Lissu, der sich auf dem Weg der Besserung befindet und allein dieses Jahr bereits sechsmal verhaftet wurde, gilt als einer der schärfsten Kritiker des Präsidenten. Dieser verurteilte das Attentat und versprach eine rasche Aufklärung. Experten sehen in dem zunehmend autoritären Regierungsverhalten eine Reaktion auf die zuletzt schwindende Zustimmung für Magufulis Regierungspartei CCM. Während diese 2005 noch auf rund 80 Prozent der Stimmen kam, waren es bei der letzten Wahl 2015 „nur“ rund 58 Prozent.

Verfassungsänderung soll Museveni weitere Amtszeit ermöglichen
Mit 75 Jahren ist wohl noch nicht Schluss für Ugandas Präsidenten Yoweri Museveni. Als der mittlerweile 73-jährige 1986 an die Macht kam erklärte er, dass Staatschefs, die zulange an der Macht bleiben wollen, eines der größten Probleme Afrikas darstellen. Am vergangenen Dienstag stellten Abgeordnete der Regierungspartei NRM einen Antrag im Parlament um die momentane Altersgrenze für Präsidenten von 75 Jahren aufzuheben. Damit könnte Museveni bei der Wahl 2021 erneut antreten. Bereits 2005 ließ der Langzeitpräsident die Verfassung ändern um mehr als 10 Jahre im Amt bleiben zu können. Die Opposition kritisiert den Gesetzentwurf scharf, wird ihn jedoch nicht blockieren können, da die NRM 293 der 426 Parlamentssitze hält. Immer wieder geht die Regierung hart gegen die Opposition vor und schränkt zunehmend die Pressefreiheit ein. Kritik aus dem Ausland an Museveni und seiner Regierung gibt es jedoch wenig. Uganda ist ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen islamistische Milizen in Somalia und bietet derzeit über einer Million Flüchtlingen aus dem benachbarten Südsudan und der Demokratischen Republik Kongo Zuflucht.

Elektroautos für den afrikanischen Markt?
Zwei Doktoranden der TU-München haben nach vierjähriger Entwicklungsphase ein für den afrikanischen Markt konzipiertes Elektroauto auf der IAA in Frankfurt vorgestellt. Der gerade einmal 22 PS starke Kleinlaster besitzt zwei Sitze und eine Ladefläche für eine Nutzlast von bis zu einer Tonne. Das robuste Gefährt ist bewusst auf die Bedürfnisse der Landbevölkerung zugeschnitten, die ihre Waren oft über schlechte Straßen zum Markt befördern müssen. Darüber hinaus befinden sich auf der Ladefläche des Models, das unter 10000 € kosten soll, Anschlüsse zur Installation einer Wasserbereitungsanlage und einer mobilen Arztpraxis. Die Aufladung der Batterie erfolgt innerhalb von sieben Stunden an einer Haushaltssteckdose und wird von Solarzellen auf dem Dach des Wagens unterstützt. Mit der Produktion der Autos in Afrika könnten auch zusätzliche Arbeitsplätze auf dem Kontinent geschaffen werden. So planen die Entwickler eine Vielzahl von Mini-Fabriken in ganz Afrika, von der jede rund 1000 Fahrzeuge im Jahr produzieren könnte.

Veranstaltungstipp

Filmvorführung des Favourites Film Festival - Berlin: Nakom


When he receives the news of his father’s sudden accidental death, medical student Iddrisu returns to his Ghanaian home village. As the eldest son, he is now the patriarch. He has to take over the indebted farm and settle the dispute between his mother and the younger second wife of his father. But living in the city has changed Iddrisu and he has his own ideas about how to deal with his new responsibility.

In their feature film, the US-American co-directors Kelly Daniela Norris and TW Pittman, offer impressive insights into traditional village life and tell the story of a young man’s difficult decision between his self-determined life in the city and family commitments.

Eintritt 6,50 €

Ort: City Kino Wedding, Müllerstraße 74, 13349 Berlin
Datum und Uhrzeit: 22.09.2017, 18:00

DAS Newsletter

DAS Pressemeldungen DAS Pressespiegel Veranstaltungen

 

Nutzungsbedingungen