KW 16: Genug ist genug

Pressespiegel vom 13.04. - 20.04.2017

 

 

Uganda: Ende der Jagd auf Rebellenführer Joseph Kony

Das ugandische Militär hat die Einstellung der Suche nach dem Rebellenführer der Lord’s Resistance Army (LRA) Joseph Kony bekannt gegeben, der wegen Kriegsverbrechen vom Internationalen Strafgerichtshof gesucht wird. In der Mitteilung heißt es, die Gruppe sei mit ihren mittlerweile nur noch rund 100 Kämpfern zu schwach, um eine ernstzunehmende Bedrohung für die Sicherheit Ugandas darzustellen. Auch Truppen der Afrikanischen Union sowie das US-Militär waren bis zuletzt an der Suchaktion beteiligt gewesen. Zuvor hatte sich die Terrormiliz im Hinterland der Demokratischen Republik Kongo verschanzt, aktuell wird sie in der Zentralafrikanischen Republik vermutet. Die LRA entstand in den 1980er Jahren in Uganda und hat als paramilitärische Terrorgruppe die Einrichtung eines auf den 10 Geboten basierenden Gottesstaats zum Ziel. Der Konflikt, der sich auf den Norden Ugandas konzentrierte, forderte zehntausende Menschenleben und vertrieb hunderttausende Menschen. Nachdem ein Dokumentarfilm über den Rebellenführer Kony 2012 diesem weltweit Aufmerksamkeit eingebracht hatte, stehen inzwischen Spekulationen über sein Tod im Vordergrund.

 

Nigerias Präsident entlässt Spitzenbeamte wegen Korruptionsskandal

Aufgrund von massiven Korruptionsvorwürfen hat Nigerias Präsident Muhammadu Buhari den Chef des Geheimdienstes Ayo Oke sowie den Kabinettschef David Babachir Lawal entlassen. Letzterer soll mindestens 800.000 USD (ca. 750.000 EUR) entwendet haben, Geheimdienstchef Oke hingegen soll rund 44 Mio. USD (ca. 41 Mio. EUR) veruntreut haben. Die Gelder seien für humanitäre Hilfe vorgesehen gewesen. In beiden Fällen habe Buhari weitreichende Ermittlungen angeordnet, woraufhin in privaten Wohnungen in der Wirtschaftsmetropole Lagos einige Millionen USD sichergestellt wurden. Laut dem Korruptionsindex von Transparency International gehört Nigeria zu den korruptesten Ländern der Welt.

 

Und sonst?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verkündet den Rückgang von Tropenkrankheiten: Die WHO hat am Donnerstag einen Bericht veröffentlicht, in dem sie auf weitreichende Erfolge im Kampf gegen 18 sogenannte “vernachlässigte Tropenkrankheiten” hinweist. Alleine im Jahr 2015 haben über eine Milliarde Menschen eine Behandlung im Zusammenhang mit diesen Krankheiten erhalten. Besondere Durchbrüche vermeldet die WHO bei der Schlafkrankheit sowie bei Elephantiasis, die nach Angaben der WHO-Generaldirektorin Margaret Chan nicht weit von ihrer vollständigen Eindämmung entfernt ist. Auch in der Behandlung von Denguefieber sowie des parasitären Guineawurms seien bemerkenswerte Fortschritte gemacht worden. Als Gründe für diese positiven Tendenzen werden Medikamentenspenden, verbesserte Lebensbedingungen und starke politische Unterstützung angeführt. Der Bericht betont aber zugleich die ausdrückliche Notwendigkeit von intensiveren Maßnahmen in weiteren Gesundheitsbereichen.

Veranstaltungstipp

Einladung zum nächsten Berliner Afrikakreis der Initiative Südliches Afrika (INISA) und der Society for International Development (SID-Berlin) in Kooperation mit dem Berliner Afrikahaus:

 

“Has civil society replaced revolution?”

Postkoloniale Perspektiven auf Zivilgesellschaftliche Diskurse in Afrika

 

Auch wenn das Konzept der Zivilgesellschaft mit ihren diversen Akteuren oftmals in Europa als emanzipatorisches Konzept diskutiert wird, ist in vielen Ländern Afrikas das Wort „zivil“ mit der „Zivilisierungsmission“ in den afrikanischen Gesellschaften und somit der Zeit der Kolonialherrschaft gleichgesetzt.

 

Diese Veranstaltung stellt die Frage nach der Dynamik und Zukunft von Zivilgesellschaft in Afrika. Konflikte und Proteste nehmen in vielen Ländern des Südlichen Afrikas zu und institutionalisierte NGOs spielen dabei kaum eine Rolle. Die emanzipatorische und revolutionäre Kraft zivilgesellschaftlicher Akteure, welche während der Dekolonisierung Afrikas noch spürbar war, scheint verloren. Spiegelt das dominante Konzept der Zivilgesellschaft in Afrika aktuell tatsächlich die elitäre bürgerliche Schicht wider, welche die weitergeführten ungerechten politisch-ökonomischen Verhältnisse im postkolonialen Afrika stabilisiert? Können zivilgesellschaftliche Akteure unter den aktuellen politökonomischen Bedingungen transformativ wirken?

 

Referenten:

 

Prof. Dr. Tanja Kleibl (Soziologin und Sozialarbeiterin, FB Soziale Arbeit, Katholische Stiftungsfachhochschule München)

Prof. Dr. Ronald Lutz (Soziale Arbeit / Menschen in besonderen Lebenslagen, FH Erfurt)

PD Dr. Salua Nour (Arbeitsschwerpunkt Regionalstudien Afrika, FU Berlin)

Andreas Baumert (Initiative Südliches Afrika (INISA) e.V.)

 

Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Datum und Uhrzeit: Donnerstag, den 27. April 2017, von 19:00 - 20:30 Uhr

Ort: Afrika-Haus Berlin, Bochumer Straße 25, 10555 Berlin (U-Bhf Turmstraße)

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