„[D]ie Pandemie wird ein Test dafür sein, wie stark wir auch in Krisenzeiten für unsere demokratischen und freiheitlichen Werte einzustehen bereit sind" (Nicholas Opiyo, Träger des Deutschen Afrika Preises 2017).

Die Corona-Pandemie stellt Staaten und Gesellschaften auf der ganzen Welt vor enorme Herausforderungen. Zum Schutz der Bevölkerung und Eindämmung der Pandemie haben weltweit zahlreiche Staaten mit umfangreichen Maßnahmen reagiert: In der Europäischen Union (EU) verabschiedeten insgesamt 20 Länder Notstandgesetze, um die Bevölkerung in der Corona-Krise zu schützen, während auf dem afrikanischen Kontinent 34 Staaten den nationalen Notstand bzw. nationalen Gesundheitsnotstand ausriefen. Malawi, Simbabwe und Südafrika erklärten sogar den nationalen Katastrophenzustand.

 

01.07.
2020

„[D]ie Pandemie wird ein Test dafür sein, wie stark wir auch in Krisenzeiten für unsere demokratischen und freiheitlichen Werte einzustehen bereit sind" (Nicholas Opiyo, Träger des Deutschen Afrika Preises 2017).


Die Corona-Pandemie stellt Staaten und Gesellschaften auf der ganzen Welt vor enorme Herausforderungen. Zum Schutz der Bevölkerung und Eindämmung der Pandemie haben weltweit zahlreiche Staaten mit umfangreichen Maßnahmen reagiert: In der Europäischen Union (EU) verabschiedeten insgesamt 20 Länder Notstandgesetze, um die Bevölkerung in der Corona-Krise zu schützen, während auf dem afrikanischen Kontinent 34 Staaten den nationalen Notstand bzw. nationalen Gesundheitsnotstand ausriefen. Malawi, Simbabwe und Südafrika erklärten sogar den nationalen Katastrophenzustand.

 

Diese Schutzmaßnahmen bringen jedoch auch Risiken, wie z.B. massive Einschränkungen von persönlichen Freiheitsrechten und die Ausweitung der Machtbefugnisse von Regierungen mit sich, die nicht nur die demokratische Agenda vieler afrikanischer Länder bedrohen, sondern auch die Menschen- und Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger. Wie kann verhindert werden, dass Regierungen die Krise nutzen, um ihre Machtbefugnisse weiter auszubauen und die Demokratie auszuhöhlen? Wie können Zivilgesellschaften auch während des Ausnahmezustandes Transparenz, Integrität und Rechenschaftspflicht von ihrer Regierung einfordern? Und wie können Deutschland und Europa sie dabei am besten unterstützen?

 

Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt der Online-Veranstaltung, zu der Sie die Deutsche Afrika Stiftung und das Botswana Centre for Public Integrity herzlich einladen:

 

Covid-19 in Africa and the State of Emergency: How can Civil Society best protect Human Rights and Government Accountability?
Mittwoch, 01. Juli, 14:15 – 15:45 Uhr

Begrüßung:
David Schwake, Generalsekretär der Deutschen Afrika Stiftung


Diskussion:
Gabi Weber MdB, SPD-Fraktion und Vorstandsmitglied der Deutschen Afrika Stiftung
Alice Mogwe, Direktorin von DITSHWANELO – The Botswana Centre for Human Rights & Präsidentin der International Federation for Human Rights
Muchaneta Mundopa, Geschäftsführerin bei Transparency International Simbabwe
Moderation:
Pusetso Morapedi, Geschäftsführerin bei Botswana Centre for Public Integrity

 

Die Diskussion wird simultan auf Deutsch und Englisch übersetzt.

Bitte melden Sie sich hier bis zum 30.06.2020 an. Aufgrund der Corona-Pandemie findet die Veranstaltung online statt. Informationen zur Einwahl senden wir Ihnen am Vortag der Veranstaltung zu.

 

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

 

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Datum: 01.07.2020
Uhrzeit: 14:15 - 15:45 Uhr
Ort: Online


22.06.
2020

Online-Diskussion: Die afrikapolitischen Schwerpunkte der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020, 22. Juni, 16.00 Uhr, online

In diesem Jahr werden wichtige Weichen für die künftigen europäisch-afrikanischen Beziehungen gestellt. Die EU-Kommission hat den Entwurf für eine neue EU-Afrika-Strategie vorgestellt, die den Weg zum EU-AU-Gipfel im Herbst 2020 bereiten soll. Das Cotonou-Abkommen zur Zusammenarbeit mit den AKP-Staaten lief Anfang des Jahres aus. Darüber hinaus sollen die Sahel-Strategie der EU angepasst und neue Finanzierungsinstrumente eingeführt werden.


Deutschland wird am 1. Juli die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen. Diese angesichts aktueller Herausforderungen ohnehin schon anspruchsvolle Aufgabe gewinnt durch die schwerwiegenden Auswirkungen der Corona-Krise und das wachsende strategische Engagement von Drittstaaten (z.B. „Masken-Diplomatie" Chinas) zusätzlich an Brisanz. Wird es Europa und Afrika gelingen, aus alten Mustern auszubrechen und eine substantiell andere Partnerschaft zu begründen? Welche Bedeutung hat die Corona-Krise und ihre Folgen für die europäisch-afrikanischen Beziehungen? Wie kann die demografische Entwicklung auf dem afrikanischen Kontinent hin zu einer wachsenden jungen Bevölkerung zu einer Stärke in den gegenseitigen Beziehungen entwickelt werden? Wie kann der „Green Deal" der EU zu einem gemeinsamen Projekt mit Afrika werden?


Vor dem Hintergrund dieser Fragen lud die Deutsche Afrika Stiftung den Afrikabeauftragte des Auswärtigen Amts, Botschafter Robert Dölger, ein, um die afrikapolitischen Schwerpunkte der deutschen EU-Ratspräsidentschaft vorzustellen. MdB Volkmar Klein (CDU) und MdB Omid Nouripour (Bündnis 90/Die Grünen), beide Vorstandsmitglieder der Deutschen Afrika Stiftung, diskutierten diese Schwerpunkte und trugen eigene Vorstellungen vor.

 

Eine Zusammenfassung der Diskussion finden sie unter PDF oder klicken Sie hier.

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Datum: 22.06.2020
Uhrzeit: 17:00 Uhr
Ort: Online


03.06.
2020

Webinar: Assessing the economic impact of Covid-19 in Africa and on the furture of AU-EU relations, 3 June 2020, 11:00 hrs – 12:30 hrs (CET)

2020 was supposed to become a milestone in the redefinition of AU-EU relations. Today, however, the Covid-19 pandemic and its repercussions dominate the discussion in Europe and Africa alike. Although the number of Covid-19 cases on the African continent is rather small, the economic consequences of the pandemic are hitting African societies just as hard as the rest of the world. African economies have come under pressure due to the slump in imports and exports and the interruption of global value chains. Moreover, the comprehensive lockdowns in many African countries present small and medium-sized companies and workers in the informal sector with major financial challenges. Early into the pandemic, the AU estimated that 20 million jobs on the continent would be at risk. According to latest estimates of UNDP, even close to half of all jobs in Africa could be lost.

 

Against this background, this year's process of redefining AU-EU relations gains even more significance. The AU-EU Summit, scheduled for October 2020, will be overshadowed by the global coronavirus crisis. The ongoing U.S. withdrawal from Africa and China’s more and more assertive public diplomacy in Africa present further important factors that impact Europe’s relationship with its African partners.

 

How badly will Covid-19 impact economic growth on the African continent? Which policies should African governments implement to cushion the negative effects of the pandemic? What are the Africans’ expectations as to the role Europe should play in this? What – if any – are the opportunities the crisis offers to reshape African-European relations? And how will the geostrategic rivalry between the U.S. and China affect these relations? These and other questions were at the centre of the online discussion:

 

Assessing the economic impact of Covid-19 in Africa and on the future of AU-EU relations

 

To view the summary, you can either click on PDF or click here. //

 

Eine Zusammenfassung der Diskussion finden sie unter PDF oder klicken Sie hier.

 

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Datum: 03.06.2020
Uhrzeit: 11:00 hrs
Ort: Online


27.05.
2020

Webinar: Covid-19 in Afrika - Herausforderungen für Wirtschaft und Gesellschaft, 27.05.20, 11:00 Uhr, Online

Mitte Februar 2020 wurde in Ägypten der erste Covid-19 Fall auf dem afrikanischen Kontinent bestätigt. Bisher fallen die Infektionszahlen in Afrika mit 88.172 Infizierten bei 2.834 Todesfällen (Stand 19.05.20) relativ gering aus. Dennoch stellt die Pandemie viele afrikanische Staaten vor enorme Herausforderungen.

Zahlreiche afrikanische Staaten reagierten vergleichsweise frühzeitig und mit teilweise drastischen Maßnahmen auf die Pandemie: Vielerorts wurden der internationale Flugverkehr beschränkt und Landesgrenzen geschlossen; gleichzeitig kam es zu starken Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der meisten wirtschaftlichen Aktivitäten. Dies belastet auch die deutsch-afrikanischen Wirtschaftsbeziehungen stark: So ordnete beispielsweise die Regierung in Südafrika, wo ein großer Teil der in Afrika investierenden deutschen Unternehmen angesiedelt ist, einen der striktesten Lockdowns weltweit an; besonders betroffen von den Auswirkungen der Corona-Pandemie ist zudem die Automobilzulieferindustrie, etwa in Tunesien oder Marokko, die nicht nur mit den Lockdown-Maßnahmen der eigenen Regierungen, sondern auch mit dem zwischenzeitlichen Produktionsstillstand in Europa zu kämpfen haben.

Vor diesem Hintergrund luden der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und die Deutsche Afrika Stiftung Sie herzlich zu einem Webinar mit den Leiterinnen und Leitern der Auslandshandelskammern (AHKs) in Kenia, Marokko, Nigeria, und Südafrika ein.

Eine Zusammenfassung der Diskussion finden sie unter PDF oder klicken Sie hier.

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Datum: 27.05.2020
Uhrzeit: 11:00 - 12:00 Uhr
Ort: Online


24.03.
2020

CANCELLED BECAUSE OF COVID-19 // On the path to reconciliation: Somalia's untold success stories and remaining challenges

In the last decade, Somalia has undergone a remarkable transformation. Labelled for many years as a failed state, the country in the Horn of Africa has witnessed an impressive growth of business and investment, the establishment of a federal system of governance and related institutions, as well as two peaceful transfers of power since 2012. These developments could culminate in a long awaited “one person, one vote” election by the end of this year, replacing the old clan-based power-sharing model.

 

Nevertheless, the country also continues to suffer tremendously from insecurity, violent religious extremism, competing clan interests, corruption and poor governance. These aspects of life in Somalia are also those that receive the most attention internationally. Yet, Somalia is much more nuanced than its reputation, with an active and motivated citizenry working to shape their country’s future in a positive and peaceful way. In an attempt to build a culture of peace and dialogue in Hirshabelle State, the Berghof Foundation organizes community dialogue assemblies. These events bring together 50 community representatives, from all segments of society with the aim of strengthening people’s capacity to become active peacemakers in their communities.

 

The Berghof Foundation and the German Africa Foundation would like to invite you to hear the stories of some of these individuals through a short film about the community dialogue assemblies in Somalia, followed by a panel discussion centered on the following questions: How can local initiatives build on the country’s potential and contribute to sustainable peace and stability in Somalia? What are the challenges to holding a general election in Somalia? How can we change the perception of Somalia as a failed, war-torn state? How can Germany and the international community contribute as partners in these developments? 

 

Programme

 

Words of Welcome: Andrea Joras,Executive Director, Berghof Foundation

 

Screening: Short film, Building a Culture of Peace in Hirshabelle State, Somalia (11 minutes)

 

Discussion:

  • Abdihakim Ainte, Senior Researcher, Heritage Institute for Political Studies, Mogadishu
  • Vebjørn Heines, Special Representative for Somalia, Norwegian Ministry of Foreign Affairs
  • Janel B. Galvanek, Head of Unit, Sub-Saharan Africa, Berghof Foundation

 

Moderation: David Schwake, Secretary-General, German Africa Foundation

 

After the event, you are kindly invited to a reception. The event language is English.

 

We are looking forward to an insightful evening with you.

 

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Datum: 24.03.2020


14.2.
2020

Arbeitsfrühstück mit dem sudanesischen Premierminister Dr. Abdalla Hamdok, 14.02.2020

Nach monatelangen Protesten und der Absetzung von Langzeitpräsident Omar al-Bashir einigten sich Militär und Zivilgesellschaft im Sudan im August 2019 auf die Bildung einer gemeinsamen Übergangsregierung mit Premierminister Dr. Abdalla Hamdok an der Spitze.

Hamdok kam anlässlich der Münchner Sicherheitskonferenz für ein Gespräch mit Bundeskanzlerin Merkel am 14.2.2020 nach Berlin. Am Tag zuvor hatte der Bundestag die Wiederaufnahme der Entwicklungszusammenarbeit mit dem Sudan verabschiedet, nachdem diese für 30 Jahre ausgesetzt gewesen war.

 

Vor diesem Hintergrund lud die Deutsche Afrika Stiftung Abgeordnete des Bundestags und politische Entscheidungsträger aus dem Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie Vertreter der politischen Stiftungen zu einem Frühstück mit Premierminister Hamdok ein. Dabei betonte Hamdok die Notwendigkeit der Fortsetzung der Transformation in seinem Land. Sein Hauptanliegen sei es, den Krieg im Land zu beenden. Daneben sei die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage aller Menschen im Sudan sein wichtigstes Anliegen.


Grundlegende Voraussetzung für die Zukunft des Sudans sei eine harmonische Partnerschaft von Militär und Zivilgesellschaft und die Anerkennung der Vielfältigkeit des Lands. Dies schließe Religionsfreiheit ein. Auch die christlichen Kirchen im Sudan seien jetzt frei.


Hamdok wies auf die hohe Anzahl an Binnenflüchtlingen im Sudan sowie auf die omnipräsenten Auswirkungen des Klimawandels hin. Er betonte, dass der Sudan mit dem Sahel und den Ländern am Horn von Afrika weiter von einer Reihe von Krisenherden umgeben sei. Sudan wolle mit allen Nachbarn einen außenpolitischen Dialog führen. Dies gelte insbesondere für den Südsudan. Nicht zufällig habe ihn seine erste Reise im Amt als Premierminister in die südsudanesische Hauptstadt Juba geführt.


Deutschland und die internationale Gemeinschaft bat Hamdok, den Transformationsprozess im Sudan weiter energisch zu unterstützen.

 

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Datum: 14.2.2020
Uhrzeit: 9:00 Uhr
Ort: Hilton Hotel Berlin


11.12.
2019

Ehrenpreis der Deutschen Afrika Stiftung für Ruth Weiss

Die Deutsche Afrika Stiftung ehrte im Rahmen der Mitgliederversammlung Mitte Dezember die als „Grande Dame" der Afrikaberichterstatterin bekannte Ruth Weiss. Die Laudatio mit welcher unsere Präsidentin, Frau Dr. Uschi Eid, den Preis überreichte, finden Sie hier.

Schwerpunkte ihrer Berichterstattung waren die wirtschaftliche Entwicklung und die Befreiungsbewegungen im Südlichen Afrika. Durch ihre geradlinige und unbeugsame, ja kompromisslose Berichterstattung über wirtschaftliche und zunehmend auch gesellschaftspolitische Themen, bekam sie bald Probleme mit den Herrschenden. Nachdem die Apartheidregime in Südafrika und Süd-Rhodesien, dem heutigen Zimbabwe, Ruth Weiss in den 1960er Jahren zur unerwünschten Person erklärt hatten, wurden Lusaka, die Hauptstadt Sambias, und später London die Ausgangsorte, von wo sie berichtete und Recherchereisen unternahm.

Ruth Weiss verfasste auch über 30 Sachbücher, vorwiegend über das Südliche Afrika, eine außergewöhnliche Autobiographie und Romane sowie Kinderbücher. An den Realschulen Baden-Württembergs wurde Ruth Weiss' Buch „Meine Schwester Sara" zur Prüfungslektüre bestimmt. Eine Realschule in Aschaffenburg benannte sich nach ihr.

Als ausgewiesene Afrikaexpertin und Überlebende des Holocausts hält Sie immer noch Vorträge an Schulen und versucht ihre Erfahrungen als Zeitzeugin die aus ihrem Leben gezogenen Lehren an junge Menschen weiterzugeben.

 

Die Deutsche Afrika Stiftung verneigt sich vor Ruth Weiss' Lebenswerk und hofft, dass ihre Worte noch viele erreichen.

 

 

 

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Datum: 11.12.2019


10.12.
2019

Auf dem Weg zu Afrikas demografischer Dividende: Herausforderungen meistern, Chancen nutzen

Heutige Prognosen gehen von einer Verdopplung der Bevölkerung auf dem afrikanischen Kontinent bis 2050 aus. Das niedrige Durchschnittsalter in Afrika, dann Lebensmittelpunkt eines Viertels der Weltbevölkerung, birgt sowohl enormes Potenzial, aber auch vielfältige Herausforderungen. Schlagwort im Diskurs zu dieser Thematik ist die „demografische Dividende“: Bei einem Durchschnittsalter der Bevölkerung zwischen 25,5 und 41 Jahren liegt eine derart ökonomisch günstige Altersstruktur vor, dass der Anteil der Erwerbsfähigen den der wirtschaftlich Abhängigen übersteigt und sich Staaten nachhaltig entwickeln können.

 

Im Rahmen der Veranstaltung, ausgerichtet im Lichthof des Auswärtigen Amtes, zu der die Deutsche Afrika Stiftung in Zusammenarbeit mit der Hanns-Seidel-Stiftung unter Schirmherrschaft Alois Karls MdB einlud, wurde viel Diskussionsraum geboten.

 

Unter den Diskutanten aus Forschung und Politik herrschte Konsens, dass man sich in der Bevölkerungspolitik nicht auf Familienplanungspolitik beengen dürfe. Es gelte, Interdependenzen zwischen verschiedenen Sektoren adäquat zu gestalten. Denn ausschlaggebend für die derzeit hohen Fertilitätsraten in vielen afrikanischen Ländern sei nicht der kulturelle Hintergrund, sondern sie seien primär ein Merkmal aller sich entwickelnden Gesellschaften, wie Dr. Jakkie Cilliers vom Institute for Security Studies (ISS) betonte. Inklusive wirtschaftliche Entwicklung habe historisch in allen Gesellschaften zu einer Abnahme von Geburtenraten beigetragen. Darauf aufbauend hob S.E. Yusuf Maitama Tuggar, Botschafter Nigerias, hervor, dass sein Land insbesondere den Ausbau des Arbeitsmarktes und breitgefächerte Infrastrukturmaßnahmen zur allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung fokussiere. Er sprach zudem die Relevanz von technologischem Fortschritt an: die zunehmende Digitalisierung seines Landes führe gerade in der jungen Bevölkerung zu einer veränderten Weltanschauung, die Einfluss auf Geburtenraten haben könne.

Annette van Edig aus dem BMZ betonte, dass eine Senkung der Fertilitätsrate auch vom politischen System und der Regierungspolitik abhinge. In jedem Fall müsse die Stärkung von Frauen durch Bildung und Gesundheitsversorgung ganz oben auf der Agenda stehen. Bei allen länderspezifischen Differenzen müsse die Zielsetzung stets darauf liegen, Frauen eine freie Entscheidung über Zeitpunkt und Anzahl von Kindern zu ermöglichen.

Als Vertreter des Auswärtigen Amts betonte Dr. Philipp Ackermann vor dem Hintergrund des gewachsenen Haushaltes die bundespolitische Relevanz des Themas. Es finde eine enge Zusammenarbeit zwischen den Bundesministerien, aber auch mit Partnern wie der Europäischen Union und den Vereinten Nationen statt. Ziel sei es, gemeinsam mit afrikanischen Ländern individuelle Profitpotenziale herauszuarbeiten. Es wurden internationale Initiativen wie der Bevölkerungsfonds der UN und die Bedeutung von Süd-Süd-Kooperationen diskutiert. Auch inwieweit Bevölkerungsdynamiken in der Migrationsdebatte und vor dem Hintergrund der Anforderungen künftiger Arbeitsmärkte in Europa positiv genutzt werden könnten, stand zur Debatte. Das Fachkräftezuwanderungsgesetz wurde vor diesem Hintergrund geteilt bewertet.

 

Die Einladung zur Veranstaltung finden Sie hier.

 

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Datum: 10.12.2019
Uhrzeit: 18:30 Uhr
Ort: Besucherzentrum Auswärtiges Amt


12.11.
2019

Wachsende Kluft: Wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten als zentrale Herausforderung in Afrika

Die Debatte zu sozialer Ungleichheit hat nichts an ihrer Aktualität verloren: Eine Studie von Oxfam offenbart, dass die 26 reichsten Personen über so viel Kapital verfügen wie 50% der ärmeren Weltbevölkerung. In den vergangenen Jahren ist zudem der Trend zu verzeichnen, dass Ungleichheit insbesondere innerhalb einzelner Länder zunimmt. Die Situation spiegelt sich in vielen afrikanischen Staaten wider: 10 der 19 ungleichsten Ländern der Welt liegen in Subsahara-Afrika.

Dabei ist Ungleichheit mehr als die bloße Einkommensverteilung und tangiert Fragen zu Klasse, Ethnizität, race, Geschlecht und regionalen Gegebenheiten. Ihre Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie die Lebensbedingungen und –chancen der Bevölkerung stellen eine große Herausforderung für die nachhaltige Entwicklung afrikanischer Staaten dar.

 

Vor diesem Hintergrund lud die Deutsche Afrika Stiftung in Partnerschaft mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung unter Schirmherrschaft von Stefan Liebich MdB, außenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion DIE LINKE und Vorstandsmitglied der Deutschen Afrika Stiftung zu einer Diskussionsveranstaltung mit Dominic Brown, Leiter des Economic Justice Programme am Alternative Information and Development Centre (AIDC) in Südafrika, Gottfried von Gemmingen, Leiter des Referats Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, Reduzierung von Armut und Ungleichheit im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Marion Lieser, Geschäftsführende Vorstandsvorsitzende des Oxfam Deutschland e.V. ein.

 

Im Fokus der Debatte standen die Ursachen für die wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten in vielen afrikanischen Ländern. Hier waren sich die Panelteilnehmenden einig, dass diese vor allem in strukturellen Gründen liegen: Marion Lieser betonte, dass daher Steuersysteme etabliert werden müssten, die die Steuerbasis verbreitern und Steuerschlupflöcher schließen. Zudem müsse die Zivilgesellschaft in vielen Ländern nachhaltig gestärkt werden, damit diese mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht von den jeweiligen Regierungen einfordern könne. Gleichzeitig kritisiert Lieser die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) für ihren starken Fokus auf Public-Private-Partnerships, die oftmals ohne Einbezug von lokalen Ansätzen, etwa in der Landwirtschaft, durchgeführt werde. Außerdem fordert sie eine stärkere Berücksichtigung von verteilungspolitischen Fragen.

 

Herr von Gemmingen bestätige daraufhin, dass das BMZ bereits vielerorts landwirtschaftliche Ansätze zurück auf die Agenda gebracht habe. Zudem stimmte er zu, dass bei der konkreten Ausgestaltung der Steuersysteme oder der Implementierung bestimmter Policies, stets auf die jeweiligen Lokalitäten eingegangen werden müsse. Von Gemmingen betonte, dass Treiber und Aspekte von Ungleichheit wie Klimawandel, Gender oder Digitalisierung genügend Beachtung benötigten.

 

Dominic Brown, warnte davor, die Ursache und Lösung von Ungleichheit alleinig in Steuersystemen zu sehen. Steuersystemische Veränderungen seien zwar ein wichtiger Schritt hin zu sinkender Ungleichheit, dennoch müssten diese durch weitreichende makroökonomischen Policies begleitet werden, sodass Steuereinnahmen für Investitionen in öffentliche Dienstleistungen zum Wohle aller eingesetzt würden. Gleichzeitig müssten Staaten existenzsichernde Löhne durchsetzen, durch die nachhaltiges Wirtschaftswachstum und der Abbau von Ungleichheiten ermöglicht würden.

An die deutsche Politik appellierte Brown als Vorbild voranzugehen und die Ungleichheiten im eigenen Land anzugehen: Nur, wenn afrikanische Staaten sehen würden, dass ein Land wirtschaftlich erfolgreich und zugleich sozial gerecht sei, würden sie erwägen selbst diesem Beispiel zu folgen.

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Datum: 12.11.2019
Ort: Deutscher Bundestag


14.11.
2019

Gespräch mit dem Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo S.E. Félix Antoine Tshisekedi Präsident

Im Januar dieses Jahres wurde Félix Antoine Tshisekedi als Präsident der Demokratischen Republik Kongo (DRK) vereidigt und löste somit Ex-Präsident Joseph Kabila ab, der das zentralafrikanische Land 18 Jahre lang regiert hatte. Der neue Präsident steht vor einer Reihe von Herausforderungen: Obwohl die DRK das rohstoffreichste Land Afrikas ist, leben rund 80% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze von 2 USD am Tag. Misswirtschaft und Korruption sowie der seit über zwei Jahrzente schwelende Konflikt im Ostkongo sind zentrale Hindernisse für die nachhaltige Entwicklung des Staates.


Politisch musste Präsident Tshisekedi auf Grund der Mehrheitsverhältnisse im Parlament eine Koalition mit Ex-Präsident Kabilas Parteienbündnis eingehen - die Regierungsbildung dauerte in der Folge sieben Monate. In klarer Abgrenzung zu seinem Vorgänger kündigte Präsident Tshisekedi ein Wirtschaftspaket mit umfangreichen Reformen an, um die ökonomische Situation zu stabilisieren und zur Diversifizierung der Wirtschaft beizutragen. Des Weiteren versprach er die Einführung kostenloser Grundschulbildung sowie die strikte Sanktionierung von Korruption und Veruntreuung öffentlicher Gelder.


Welche Vision hat Präsident Tshisekedi für die DRK, um den Herausforderungen des Landes zu begegnen? Welche Bedeutung haben die bilateralen Beziehungen und wie kann Deutschland den Transformationsprozess in der DRK politisch und wirtschaftlich unterstützen? Diese und weitere Fragen standen im Zentrum des Gesprächs, zu dem Christoph Matschie MdB, in Partnerschaft mit der Deutschen Afrika Stiftung und der Friedrich- Ebert-Stiftung, in den Deutschen Bundestag einlud.


Die Veranstaltung einleitend betonten die Präsidentin der Deutschen Afrika Stiftung, Dr. Uschi Eid, sowie Manfred Öhm, Leiter des Afrika Referats der Friedrich-Ebert-Stiftung, die bereits zu verzeichnenden Erfolge seit Amtsantritt des neuen Präsidenten Tshisekedi.

Dieser bekräftigte darauf folgend die Bestrebungen seines Landes, die er als „Politik der Öffnung“ bezeichnete. Teil dieser Politik sei es, bilaterale Beziehungen zu Partnerländern wie Deutschland zu stärken. Auch die Zusammenarbeit mit internationalen Akteuren wie dem Internationalen Währungsfond seien elementarer Bestandteil der Bestrebungen. Tshisekedi garantiere zudem weitere Bemühungen im Kampf gegen Korruption und kündigte an, sich verstärkt für die Befriedung bestehender Instabilitäts- und Gewaltherde, beispielsweise in Ituri sowie in Nord- und Süd-Kivu einzusetzen.

Der Präsident machte deutlich, dass die Stärkung der wirtschaftlichen Situation seines Landes langfristig entscheidend in diesem Vorhaben sei. Die Demokratische Republik Kongo sei daher auf Investitionen und Unterstützung durch Partnerländer angewiesen. Um ein glaubhafter Partner für internationale Unternehmen zu werden wolle er daher die Geschäftsbedingungen im Land verbessern.

Neben dem Präsidenten nahmen auch Mitglieder des kongolesischen Kabinetts, wie etwa die Wirtschaftsministerin Acacia Bandubola oder der Minister für Industrie Julien Paluku an der Veranstaltung teil. Auch sie betonten das Interesse der DRK an einer Intensivierung der wirtschaftlichen Beziehungen zu Deutschland und Europa. Ob und in welchem Maß die Bundesrepublik Deutschland Präsident Tshisekedi und die DRK im Modernisierungsprozess unterstützt, bleibt abzuwarten. 


Im Anschluss an die Veranstaltung fand ein Mittagessen mit Präsident Tshisekedi und ausgewählten Vertretern des Bundestages statt.

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Datum: 14.11.2019
Ort: Deutscher Bundestag


05.11.
2019

2. Runder Tisch: Zwei Jahre Compact with Africa - Zwischen Erfolgen und Herausforderungen

Am 19. November dieses Jahres lädt Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel im Rahmen der Compact with Africa (CwA) Initiative zwölf afrikanische Staats- und Regierungschefs zur Compact with Africa High-Level Conference ein. Nach dem G20 Investment Summit 2018 ist dies bereits die zweite hochrangige Konferenz in Berlin, die den Fortschritt der von Deutschland im Rahmen seiner G20-Präsidentschaft 2017 ins Leben gerufenen Initiative evaluieren soll.

Laut dem offiziellen Compact Monitoring Report 2019 fällt die Bilanz der Initiative nach zwei Jahren gemischt aus. Einerseits liegen die Wachstumsprognosen der zwölf CwA-Länder deutlich über dem regionalen und globalen Durchschnitt, andererseits bleiben getätigte Investitionen hinter den Erwartungen der teilnehmenden Länder zurück. Trotz gestiegenen Interesses fehlt, insbesondere deutschen Unternehmen, häufig der notwendige nächste Schritt von der Informationsbeschaffung zur tatsächlichen Investition.

Vor diesem Hintergrund lud Andreas Lämmel MdB in Partnerschaft mit der Deutschen Afrika Stiftung und dem Deutschen Industrie und Handelskammertag (DIHK) zu einer Diskussion im Bundestag ein. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, inwiefern der Compact with Africa zwei Jahre nach seiner Implementierung zur Steigerung von privatwirtschaftlichen Investitionen in den Partnerländern beigetragen hat.

Chefökonom und Leiter der Grundsatzabteilung des Bundesministeriums der Finanzen Jakob von Weizsäcker betonte, dass die Compact with Africa Initiative nicht den Anspruch habe bestehende Entwicklungszusammenarbeit zu ersetzen, sondern sie zu komplementieren. Die Verantwortung ruhe auch auf den Schultern der jeweiligen Partnerländer. "Eine fabelhafte Entwicklung kann nicht von außen kommen. Die Compact-Länder müssen die wichtigen politischen Entscheidungen vor Ort treffen. Wir können von außen unterstützen, aber die harte Arbeit muss dort geleistet werden." Er verwies zudem auf den multilateralen Ansatz des Compacts und betonte, dass auch Organisationen wie die Weltbank stärker in die Pflicht genommen werden müssten. Auch die Botschafterin der Bundesrepublik Äthiopien I. E. Mulu Solomon begrüße, dass der CwA den afrikanischen Partnerländern local ownership ermögliche. Auf die Frage, ob die im CwA enthaltenen Maßnahmen ausreichen würden, um afrikanische Märkte für deutsche Unternehmen und private Investitionen attraktiver zu machen, äußerte sich Karl-Heinz Knoop, Gründer und Vorsitzender der Riela Getreidetechnik Karl-Heinz Knoop e.K., kritisch. Er wies auf fehlende Finanzierungen für kleine und mittlere Unternehmen hin und forderte bessere Absicherungen von Investitionen in Afrika. Derweil verwies Botschafterin I. E. Mulu Solomon darauf, dass Äthiopien durch den CwA vor allem die Ziele verfolge, private Investoren anzuziehen, eine nachhaltige Infrastruktur aufzubauen und neue Jobmöglichkeiten zu schaffen.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Sabine Odhiambo, kommissarische Leiterin der Deutschen Afrika Stiftung.

 

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Datum: 05.11.2019
Ort: Deutscher Bundestag


22.10.
2019

The Gamechanger? Digitalisation and Technological Innovation in Africa

In den letzten zehn Jahren boomte die afrikanische Start-up-Szene. Auch international werden die Chancen der digitalen Innovationen verstärkt wahrgenommen: Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Finanzierung afrikanischer Start-ups um 108% und erreichte 2018 mit 725,6 Mio. USD einen neuen Höchststand. Aufgrund der verstärkten Investitionen in den Bereichen Fin- und Cleantech sowie E-Commerce, bietet die Digitalisierung verstärkt Möglichkeiten für leap-frogging, welche zu einer beschleunigten Entwicklung führen können.

Über die Hälfte der finanziellen Mittel ist jedoch bisher in den drei großen Tech-Hubs des Kontinentes in Südafrika, Kenia und Nigeria konzentriert. Auch die Netzverfügbarkeit unterscheidet sich stark, so steht eine Netzabdeckung von 83% in Kenia einer Netzabdeckung von gerade einmal 1% in Eritrea gegenüber. Die Internetanbindung ist jedoch, wie verschiedene Studien zeigen, ein entscheidender Erfolgsfaktor. Würde eine Netzabdeckung vergleichbar zu den Industriestaaten erreicht werden, könnte die Produktivität in Entwicklungsländern um bis zu 25 % steigen und über 140 Millionen Jobs geschaffen werden.

 

 

Vor diesem Hintergrund lud die Deutsche Afrika Stiftung in Partnerschaft mit dem Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft und Unterstützung der Deutschen Bank zu einer Podiumsdiskussion in das Quartier Zukunft der Deutschen Bank ein. Im Zentrum der Veranstaltung standen die Fragen: Wie kann Technologie zu einer nachhaltigen Entwicklung in Afrika beitragen? Welches sind die größten Herausforderungen für afrikanische Start-ups, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen? Welche Rolle spielt die Bundesregierung bei der Förderung der Digitalisierung in Afrika und wo liegen die Chancen für deutsche Unternehmen?

 

 

Die Preisträgerin des diesjährigen Deutschen Afrika Preises und kenianische IT Expertin Juliana Rotich betonte, dass Technik sich besonders positiv auf wirtschaftliche Partizipationsprozesse auswirke: „Given the skills and given the connectivity, young people even in rural areas can be part of the digital economy. This is real inclusion.“ Alle Beteiligten der Diskussion waren sich jedoch einig, dass mangelnde Investitionen eine Herausforderung für junge Start-ups in Afrika darstellen.„Expanding and growth are important steps in economy. Africa can be a forerunner, if we connect young entrepreneurs with investors”, betonte Mirjam Pütz von der Deutschen Bank. Auch der persönliche Afrikabeauftragte der Bundeskanzlerin, Günter Nooke, sieht großes Potenzial in der Digitalisierung Afrikas, warnte jedoch davor Technologie als alleinigen Lösungsansatz anzusehen. Er betonte, dass eine Ausweitung der Zusammenarbeit in verschiedenen Themenbereichen notwendig sei, um nachhaltige Problemlösungen zu finden und umzusetzen.

 

 

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Datum: 22.10.2019
Ort: Deutsche Bank Quartier


17.10.
2019

Warum ist Nigeria kein Mitglied bei den G20? - Parlamentarisches Frühstück:

Nigeria ist hierzulande vor allem für die Gräueltaten der islamistischen Gruppierung Boko Haram im Norden des Landes bekannt. Dabei ist der westafrikanische Staat die größte Volkswirtschaft Afrikas mit einem BIP von 397,3 Mrd. USD in 2018. Nigeria ist zudem der größte Erdölexporteur und besitzt die meisten Gasreserven auf dem afrikanischen Kontinent.

 

Trotz dieser Superlative spielt Nigeria in der deutschen Afrikapolitik, die sich zunehmend auf die Compact with Africa Länder konzentriert, nur eine untergeordnete Rolle. Zudem ist die größte Wirtschaft des afrikanischen Kontinents, im Gegensatz zu Südafrika, kein Mitglied des G20-Staatenbundes.

 

Vor diesem Hintergrund lud Herr Omid Nouripour MdB in Partnerschaft mit der Deutschen Afrika Stiftung zu einem exklusiven Parlamentarischen Frühstück mit dem Botschafter der Bundesrepublik Nigeria S.E. Yusuf Tuggar ein.

 

Im Zentrum der Veranstaltung stand die Frage, weshalb Nigeria kein G20-Mitglied ist. Botschafter Tuggar verwies in dem Kontext nicht nur auf die wirtschaftliche Stärke und das Bevölkerungsreichtums Nigerias, sondern betonte vor allem die Rolle des westafrikanischen Staates als bedeutender Peacekeeping-Akteur – sowohl auf regionaler, als auch auf globaler Ebene. Obwohl Nigeria, so Tuggar, eine immense demokratische Entwicklung durchlaufen hat und auf dem afrikanischen Kontinent mittlerweile eine Vorreiterrolle im Bereich Demokratieförderung einnimmt, werde dem Staat keine tragende Rolle im globalen Finanzsystem zugesprochen. Diesem mangele es jedoch an demokratischen Strukturen und könne von Nigerias Erfahrung profitieren, um aktiver auf neue globale Herausforderungen reagieren zu können: „The G20 structure needs to be democratised, it needs Nigeria", betonte der nigerianische Botschafter.

 

Neben Nigerias G20-Mitgliedsachaft wurden auch weitere drängende Fragen wie der Ausbau der Infrastruktur, der Umgangs Nigerias mit seinem enormen Bevölkerungswachstum, Reformpläne im (Aus-)Bildungsbereich, sowie Strategien zur Diversifizierung der Wirtschaft diskutiert.

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Datum: 17.10.2019
Ort: Deutscher Bundestag


24.09.
2019

Fachgespräch: Chinas Seidenstraße in Afrika - Masterplan statt Marshallplan?

Seit Anfang der 2000er Jahre wächst Chinas wirtschaftspolitische Bedeutung auf dem afrikanischen Kontinent immens. 2008 löste die asiatische Wirtschaftsmacht die USA als Afrikas wichtigsten Handelspartner ab. Jährlich fließen aus China im Durchschnitt etwa 2,2 Mrd. Dollar an Direktinvestitionen nach Afrika. Letztes Jahr kündigte die Volksrepublik zudem ein 60 Mrd. Dollar Paket an Krediten, Investitionen und zinslosen Darlehen für den afrikanischen Kontinent an.


Beobachter sind sich einig, dass Chinas Engagement auf dem afrikanischen Kontinent als Teil einer kohärenten Strategie dem Ausbau der Neuen Seidenstraße, der sogenannten Belt and Road Initiative, dient. Strittig ist in der öffentlichen und politischen Debatte Deutschlands allerdings die Bewertung dieses Vorgehens: Während Kritiker eine Herausforderung für afrikanische Staaten sehen, die neue wirtschaftspolitische Abhängigkeiten schafft, heben Befürworter den Beitrag Chinas zur dringend benötigten Industrialisierung Afrikas hervor. Ein genaues Bild über Ausgestaltung und Form der chinesischen Afrikapolitik bleibt dabei jedoch häufig unklar.


Wie sieht das chinesische Engagement in Afrika konkret aus? Wie wirkt es sich auf die wirtschaftliche Entwicklung afrikanischer Staaten aus? Welche Implikationen ergeben sich hieraus für die deutsche Afrikapolitik? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt der Diskussion, zu der die Deutsche Afrika Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung unter Schirmherrschaft von Johannes Singhammer eingeladen hat.

 


Im Fokus der Diskussion stand insbesondere die Frage, ob Chinas Engagement die afrikanischen Länder in eine Schuldenfalle treiben würde. MP Hlengwa sah den Begriff der Schuldenfalle als weniger zutreffend an, da die wirklichen Auswirkungen der Kredite sich erst nach einigen Jahren erkennen ließen. Bayes betonte, dass die afrikanischen Staaten die Kredite wohlwissentlich der Schulden aufnehmen würden. Beide kritisierten jedoch die fehlende Transparenz hinter den Krediten.

Botschaftsrat Wang Tianling hob derweil die guten Beziehungen zwischen China und Afrika hervor, die auf einer gemeinsamen Vergangenheit beruhen würden. Er betonte das positive Bild Afrikas in China und verwies auf die gewaltigen wirtschaftlichen Potentiale des Kontinents, die China bereit sei zu nutzen. Er lud zudem alle Länder zur Zusammenarbeit ein.

Einig war sich der Großteil der Panelisten zudem dabei, dass Chinas Vormarsch auf dem afrikanischen Kontinent nachvollziehbar sei. Dennoch müsse vermehrt auf die Auswirkungen des Engagements auf Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit geachtet werden, hob insbesondere MP Hlengwa hervor.

In Bezug auf die deutsche Afrikapolitik verwies Rouenhoff MdB zwar auf die Attraktivität deutscher Investitionen in Afrika, stellte aber auch die Frage, ob die Vielzahl an Programmen und Initiativen wirklich den gewünschten Nutzen bringen würden. Er lobte das chinesische Engagement in Bezug auf seine Zielstrebigkeit, betonte dennoch, dass Deutschland unbedingt an seiner wertegebundenen Entwicklungszusammenarbeit festhalten solle. Zudem sollten zunehmend deutsche „Flagschiffprojekte" auf dem afrikanischen Kontinent gefördert werden, die deutsche Unternehmen dazu ermutigen sollten, vermehrt in Afrika zu investieren.

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Datum: 24.09.2019
Ort: Deutsche Parlamentarische Gesellschaft


12.09.
2019

Umbruch im Sudan - Parlamentarisches Frühstück

Mit seiner Reise nach Khartum Anfang September setzte Außenminister Heiko Maas ein deutliches Zeichen: Deutschland möchte den Sudan am derzeitigen Wendepunkt seiner Geschichte unterstützen. In dem nordostafrikanischen Staat wurde am 05. September 2019 ein neues Kabinett einberufen, das nach dem Sturz des 30 Jahre regierenden Omar Al-Baschir im April dieses Jahres das Land in einer Übergangsphase regieren soll. Die Einsetzung wurde nach langen Verhandlungen zwischen dem militärischen Übergangsrat und der zivilgesellschaftlichen Protestbewegung erzielt. Allerdings sind die Stabilität und allgemeine Akzeptanz der neuen Regierung noch ungeklärt und somit bleibt die Lage im Sudan weiterhin unübersichtlich.

 

Vor diesem Hintergrund lud Herr Christoph Matschie MdB in Partnerschaft mit der Deutschen Afrika Stiftung zu einem exklusiven Parlamentarischen Frühstück mit Al Walead Hassan Abdo Hassan, Geschäftsträger a.i. der Botschaft der Republik Sudan, und Sudan-Expertin Dr. Annette Weber, Senior Fellow der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) ein.

 

Als größte Herausforderung der neuen Übergangsregierung unter der Leitung des Ministerpräsidenten Abdallahn Hamdok stand neben der politischen Situation die wirtschaftliche Lage des Sudans im Fokus der Diskussion: Seit der Unabhängigkeit des Sudsüdans, durch die der Sudan rund 75% der Ölquellen und somit ca. 25% seines BIPs verlor, leidet der Sudan unter einer strukturellen Wirtschaftskrise. Hinzu kommt die hohe Auslandsverschuldung mit rund 51 Mrd. USD und Sudans Listung auf der US-Terrorliste, die eine enorme Hürde gegenüber ausländischen Krediten und Investitionen darstellt.

 

Angelehnt an das Versprechen von Außenminister Heiko Maas, Deutschland werde den Sudan und die neue Übergangsregierung unterstützen, drückte Botschaftsvertreter Al Walead Hassan Abdo Hassan seine Hoffnung bezüglich einer Wiederaufnahme der Entwicklungszusammenarbeit mit Deutschland, die seit 1989 ausgesetzt worden war, aus. Nur mit der Wiederaufnahme von bilateralen Beziehungen zu internationalen Institutionen wie dem IWF, der Weltbank und internationalen Kreditgebern habe der Sudan eine Chance auf Reintegration in die Weltwirtschaft. Ebenfalls plädierte Herr Hassan für einen Schuldenerlass der Auslandsschulden, da es dem Sudan nur so gelingen könne, aus dem Teufelskreis der Wirtschaftskrise auszubrechen.

 

Sudanexpertin Dr. Annette Weber (SWP) warnte davor, den Fokus alleinig auf Sudans ökonomische Situation zu legen und dabei weitere drängende Herausforderungen wie die Kluft zwischen den Generationen oder das bestehende Gefälle zwischen Stadt und Land zu vergessen. Auch diese Herausforderungen gelte es zu bewältigen und alle Bürger des Sudans einzubeziehen, um den Frieden und die Stabilität des Landes nachhaltig sichern zu können.

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Datum: 12.09.2019
Uhrzeit: 08:00
Ort: Deutscher Bundestag


31.08.
2019

Malawi heute - Chancen, Herausforderungen und Perspektiven, 31.8, 12:00-16:00

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Seit den Präsidentschaftswahlen vom 21. Mai 2019 kommt die Republik Malawi nicht zur Ruhe. Obwohl internationale Beobachter die Wahl als weitgehend demokratisch und frei einstufen, ist landesweit die knappe Wiederwahl von Präsident Peter Mutharika mit ca. 150.000 Stimmen vor seinem Konkurrenten Lazarus Chakwera umstritten. Dieser ist zusammen mit dem drittplatzierten Kandidaten Saulos Chilima gegen das Wahlergebnis vor Gericht gezogen, die Verhandlung soll in Kürze beginnen. Derweil kommt es in Lilongwe und anderen Städten wöchentlich zu Demonstrationen gegen den Präsidenten und die Wahlkommission.


Neben dem Disput um die Präsidentschaftswahlen steht Malawi vor weiteren großen Herausforderungen: Der südostafrikanische Staat gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt, dessen Wirtschaft wenig diversifiziert ist. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, die auch den Großteil aller Exporte des Binnenlandes ausmacht. Da die landwirtschaftliche Produktion stark vom Klima abhängt, haben die sich stetig wechselnden Wetterbedingungen direkte Auswirkungen auf das Leben und die wirtschaftliche Situation der meisten Bürger Malawis.


Wie wirken sich die aktuellen innenpolitischen Entwicklungen auf die Zukunft Malawis aus? Welche wirtschaftlichen Perspektiven und ungenutzten Potenziale gibt es in Malawi? Welchen Beitrag kann Deutschland leisten?


Um über diese und weitere Fragen zu diskutieren, veranstaltet die Deutsche Afrika Stiftung in Kooperation mit der Deutsch-Malawischen Gesellschaftein ein Kurzseminar.

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Datum: 31.08.2019
Uhrzeit: 12:00 - 16:00


17.06.
2019

Afrika in der Schule - Technologischer Fortschritt made in Africa

Die Deutsche Afrika Stiftung war am 17. Juni zu Besuch in der Grundschule an der Pulvermühle in Berlin. Den Schülern und Schülerinnen der vierten Klasse sollten die großen Fortschritte in der Digitalisierung Afrikas nähergebracht werden. Da das typische Afrikabild von negativen Stereotypen geprägt ist, zielte die Unterrichtsstunde darauf ab, ein differenziertes Afrikabild auf Grundlage von afrikanischen Technologieinnovationen, darzustellen. Dazu wurden an vier Stationen Beispiele aus den Ländern Ruanda, Angola, Südafrika und Kenia gezeigt, an denen die Schüler und Schülerinnen sich zu folgenden Themen informierten: In Ruanda ist es möglich, Blut mit Hilfe einer Drohne an Krankenhäuser in ländlichen Gegenden zu verschicken. Mpesa ermöglicht es in Kenia Geld über das Handy ohne Internet zu versenden. Tupuca ist eine App, über die man sich in Angola nicht nur Essen oder Medikamente, sondern auch Autoteile, Kinderspielzeuge und Beautyprodukte liefern lassen kann. In Südafrika sind Online-Influencer genauso öffentlich wahrnehmbar und erfolgreich wie deutsche Influencer und sprechen über die gleichen Anliegen, was den Schülern und Schülerinnen verdeutlichte, dass afrikanische Jugendliche ähnliche Interessen haben, wie sie selbst.


Die Beispiele wurden an den jeweiligen Stationen anhand von visuellen Materialien wie Videos oder Bilder vorgestellt, welche die Schüler und Schülerinnen in kleinen Gruppen nacheinander durchliefen. Durch das Ausfüllen von der Deutschen Afrika Stiftung erstellten Arbeitsblätter an jeder Station und einem Quiz zum Abschluss wurde das erworbene Wissen der Schüler und Schülerinnen verfestigt. Zum Abschluss erklärten diese, dass sie überrascht waren, dass man in Kenia mit dem Handy zahlen könne und warum sowas nicht in Deutschland möglich sei.


Bitte kontaktieren Sie uns, falls Sie weitere Informationen zu der Gestaltung einer Unterrichtsstunde oder zu den Arbeitsblättern erhalten möchten.

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Datum: 17.06.2019
Uhrzeit: 08:00
Ort: Berlin


06.06.
2019

Parlamentarisches Frühstück mit dem Botschafter der Republik Südafrika S.E. Phumelele Stone Sizani

Am 8. Mai 2019 wurde in Südafrika ein neues Parlament gewählt. Der regierende African National Congress (ANC) hat auch in der sechsten Wahl seit Ende der Apartheid mit 57,5% die absolute Mehrheit erhalten. Die größte Oppositionspartei, die liberale Democratic Alliance (DA), musste mit 20,8% leichte Verluste in Kauf nehmen, während die radikal linke EEF im Vergleich zu 2014 zwar vier Prozentpunkte zulegte und 10,8% der Stimmen auf sich versammelte, jedoch hinter den Erwartungen zurückblieb.

Vor diesem Hintergrund lud die Deutsche Afrika Stiftung unter Schirmherrschaft von Vorstandsmitglied Dr. Christoph Hoffmann zu einem parlamentarischen Frühstück mit dem Botschafter der Republik Südafrika S. E. Phumelele Stone Sizani und Mitgliedern des Bundestages ein. Der erneute Wahlsieg des ANC sei insbesondere dem Präsidenten Cyril Ramaphosa zu verdanken, vor allem dessen Image als vertrauenswürdiger Staatsmann in Zeiten von Korruption und Misswirtschaft, betonte der Botschafter.


Neben den Wahlen in Südafrika wurden auch die anhaltenden wirtschaftlichen Themen des Landes thematisiert: Sizani benannte die momentanen Nahrungsmittelimporte als entscheidendes Merkmal der schlechten Lage und wies auf die hohe Arbeitslosigkeit in Südafrika hin. Im Agrarsektor seien im Land und weiteren SADEC-Staaten große Potenziale mit der Hilfe ausländischer Investoren diese Probleme anzugehen. Kritisch sieht Sizani dagegen die vielen staatlich subventionierten Nahrungsmittelexporte Chinas nach Südafrika sowie das hohe Handelsdefizit mit der Volksrepublik. Die südafrikanische Regierung hätte es in der Vergangenheit versäumt schnelle handelspolitische Maßnahmen verabschieden, um die Industrie des Landes zu schützen, so der Botschafter selbstkritisch.


Zum Abschluss richtet Sizani einen Appell an die Mitglieder des Bundestages für ein verstärktes deutsches Engagement in Südafrika verbunden mit der Bitte, entsprechende Kontakte in die deutsche Wirtschaft aufzubauen.

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Datum: 06.06.2019
Uhrzeit: 8:00 Uhr
Ort: Deutscher Bundestag


05.06.
2019

Naturschutz und Menschenrechte in Afrika - Ein unlösbarer Widerspruch?

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Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP befinden sich 8.438 geschützte Gebiete auf dem afrikanischen Kontinent. Gleichzeitig entstehen auf Grund des Bevölkerungswachstums in vielen afrikanischen Ländern Konflikte um Ressourcen, die bis in die Naturschutzgebiete hineinreichen. Der internationale Naturschutz und die deutsche Entwicklungszusammenarbeit sind  in jüngster Zeit in starke Kritik geraten. Einzelnen Durchführungsorganisationen werden im Kampf gegen Wilderei schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

 

Die Frage, inwieweit Naturschutz und Menschenrechte im Widerspruch miteinander stehen oder auch Hand in Hand gehen, wurde unter der Schirmherrschaft vom Vorstandsmitglied der Deutschen Afrika Stiftung Volkmar Klein MdB in Partnerschaft mit der Deutschen Afrika Stiftung und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) am Mittwochabend, den 05.06.2019 im Deutschen Bundestag, kontrovers diskutiert.

 

Der Direktor der ZGF Dr. Christoph Schenck rief zu einer differenzierteren Debatte auf und betonte, dass die Einrichtung eines Nationalparks an sich keine Verletzung von Menschenrechten sei. Gleichzeitig warnte er davor, dass durch die zunehmende Bevölkerung Ressourcen um und in Nationalparks verstärkt genutzt würden, was der Natur nachhaltig schade. Insgesamt müssten Naturschützer aber noch stärker mit der lokalen Bevölkerung zusammenarbeiten. Herr Masegeri Rurai, der selbst seit 2016 ein ZGF-Projekt in der Serengeti, Tansania, leitet, betonte, dass Nationalparks auch den Interessen der lokalen Bevölkerung durch den Erhalt von wichtigen Ressourcen, wie Wasserquellen, dienen würde. Die beiden Panelisten betonten, dass einzelne Fälle von Menschenrechtsverletzungen durch Wildhüter nicht alle Projekte für den Naturschutz per se in Frage stellen dürften, da der Erhalt von Ressourcen und der Natur eine zentrale Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen sei.

 

Die TAZ-Redakteurin Simone Schlindwein dagegen monierte, dass es im Namen des Naturschutzes immer wieder zu Verletzungen von Menschenrechten kommen würde und nannte Fälle von Bauern in Uganda, die für den Eintritt in Nationalparks bzw. für den Verdacht der Wilderei, drakonische Strafen erhalten hätten. Zudem kritisierte sie, dass durch die Aufrüstung von Wildhütern mit schweren Waffen eine zunehmenden Militarisierung des Naturschutz bzw. der Wildererbekämpfung zu beobachten sei. Deutsche hätten eine romantisierte Vorstellung von Natur- und Tierschutz, so Schlindwein: Sie appellierte an die Abgeordneten im Raum das Problem der Wilderei nicht mit Waffengewalt, sondern langfristigen und nachhaltigen Ansätzen, etwa der Korruptionsbekämpfung, und der Verbesserung der allgemeinen Sicherheitslage in den Ländern selbst, anzugehen.

 

 

Begrüßung

Volkmar Klein MdB, Entwicklungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Vorstand Deutsche Afrika Stiftung

Diskussion

Masegeri Tumbuya Rurai, Projektleiter Serengeti Ecoosystem Management Tanzania
Dr. Christof Schenck, Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt
Simone Schlindwein, taz-Korrespondentin in Afrika, Region der Großen Seen

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Datum: 05.06.2019
Uhrzeit: 18:30 Uhr
Ort: Deutscher Bundestag


03.04.
2019

Werkstattgespräch: "Nachhaltige Lieferketten in Afrika"

Am 03.04.2019 veranstaltete die Deutsche Afrika Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft unter Schirmherrschaft von Vorstandsmitglied Dr. Christoph Hoffmann MdB ein Werkstattgespräch zu „Nachhaltigen Lieferketten in Afrika" im Deutschen Bundestag.


Hintergrund der Veranstaltung ist das Ziel der Bundesregierung, menschenwürdige Bedingungen bei Liefer- und Wertschöpfungsketten deutscher Unternehmen zu gewährleisten. Deshalb wurde der Nationale Aktionsplan (NAP) „Wirtschaft und Menschenrechte" initiiert, um die menschenrechtliche Sorgfalt der Unternehmen auf freiwilliger Basis nachzuprüfen. Als möglicher nächster Schritt für eine verbindliche Regelung wird aktuell ein Gesetzesentwurf des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zu nachhaltigen Wertschöpfungsketten debattiert.


Im Werkstattgespräch wurde die Bedeutung verbindlicher Ansätze für das Afrika-Engagement deutscher Firmen beleuchtet: Mit einer Stellungnahme von Michael Krake, Unterabteilungsleiter Wirtschaft, Handel, Beschäftigung und Digitalisierung im BMZ, und Christoph Kannengießer, Hauptgeschäftsführer des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, wurde die Veranstaltung eröffnet. Im Anschluss debattierten geladene Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft, Politik und verschiedener NGOs über folgende Fragen: Inwiefern würde eine Verpflichtung von deutschen Unternehmen zu Wettbewerbsnachteilen im internationalen Vergleich führen? Inwieweit könnten verbindliche Vorgaben helfen, effektiv gegen Kinder- oder Zwangsarbeit, Umweltverschmutzung und Gesundheitsschädigung vorzugehen?

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Datum: 03.04.2019
Uhrzeit: 17:00
Ort: Deutscher Bundestag


19.03.
2019

Fachgespräch mit Dr. Obama: Gründe für einen faktenbasierten Afrooptimismus

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Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung assoziiert mit dem afrikanischen Kontinent nach einer Studie des Allenbacher Instituts Begriffe wie Hunger, Krankheiten oder Flucht. Die positiven Entwicklungen in Afrika werden sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Politik kaum wahrgenommen. Dabei sind in den letzten Jahrzehnten sowohl im sozialen, als auch politisch-wirtschaftlichem Bereich grundlegende Veränderungen eingetreten. So hat sich beispielsweise das Pro-Kopf-Einkommen in Subsahara-Afrika seit 1990 mehr als verdoppelt und formal sind mehr als 90 % der Länder Afrikas Mehrparteiendemokratien. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwiefern die deutsche Politik diese Entwicklungen nachhaltig fördern und ein differenzierteres Afrikabild in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden kann.


Aus diesem Grund veranstaltete die DAS-Vizepräsidentin Bärbel Kofler MdB in Partnerschaft mit der DAS und dem GIGA German Institute of Global and Area Studies eine Veranstaltung im Deutschen Bundestag mit dem Titel „Besser als gedacht: Gründe für einen faktenbasierten Afrooptimismus". Dr. Auma Obama, Gründerin der kenianischen Sauti-Kuu Stiftung, sprach sich während der Podiumsdiskussion für eine neue Sichtweise auf den afrikanischen Kontinent aus: Sie warb für eine eigenverantwortliche Entwicklung, welche aus der afrikanischen Gesellschaft heraus aufgebaut werde und bei der Hilfe aus dem Ausland lediglich ein Bonus sei. Unsere Vizepräsidentin und Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung Dr. Bärbel Kofler MdB stimmte damit überein, forderte jedoch anstatt eines positiven Afrikabildes ein realistisches – auch in Deutschland dürfe man nicht vor der Verantwortung zurückschrecken, Menschenrechte in der (deutschen) Wirtschaft auf dem afrikanischen Kontinent durchzusetzen. Dr. Matthias Basedau, Direktor des GIGA Instituts für Afrika-Studien, setzte noch einmal den Fokus auf die negative Orientierung in der Berichterstattung deutscher Medien über Afrika und forderte ein Umdenken in diesem Bereich. In der anschließenden Diskussion wurde die Manifestierung eines notleidenden Afrikabildes durch Hilfs- bzw. Spendenorganisationen angesprochen und die dadurch vermittelten negativen Stereotype über den afrikanischen Kontinent kritisiert. Um ein faktenbasiertes, realistischeres Verständnis zu ermöglichen, wurde unter anderem an Hochschulen und Wissenschaft appelliert, sich für den Ausbau der Afrikaforschung einzusetzen.

 

Begrüßung

Christoph Matschie MdB, Sprecher des Gesprächskreises Afrika
der SPD-Bundestagsfraktion

 

Diskussion

Dr. Auma Obama, Gründerin der Auma Obama Foundation – Sauti
Kuu in Kenia

Dr. Bärbel Kofler MdB, Beauftragte der Bundesregierung für
Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe

Prof. Dr. Matthias Basedau, Direktor des GIGA Instituts für
Afrika-Studien

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Datum: 19.03.2019
Uhrzeit: 18:30
Ort: Deutscher Bundestag


18.03.
2019

Unter dem Baobab: Lesung mit Johannes Dieterich

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Mit dem ersten demokratisch gewählten Präsidenten Nelson Mandela feierte Südafrika 1994 gemeinsam mit der Weltöffentlichkeit das „Wunder vom Kap" und das endgültige Ende der Apartheidspolitik. Mehr als zwei Jahrzehnte später ist der anfängliche Optimismus bei weiten Teilen der Bevölkerung einer allgemeinen Enttäuschung gewichen. Korruptionsvorwürfe und Günstlingswirtschaft überschatten die Politik des regierenden ANC. Die höchste Einkommensungleichheit weltweit stellt das soziale Gefüge der südafrikanischen Gesellschaft und damit auch die Versöhnungspolitik stark auf die Probe.


Vor diesem Hintergrund stellte Johannes Dieterich Auszüge seines Buches „Südafrika – ein Länderporträt" vor. Der Journalist lebt seit langer Zeit in Südafrika und arbeitet als Afrikakorrespondent für die Frankfurter Rundschau und weitere deutschsprachige Zeitungen und Magazine. Die Lesung mit anschließender Diskussion bot einen spannenden Einblick in die aktuelle Situation und die Herausforderungen Südafrikas. Dieterich schilderte lebhaft den Alltag und die Probleme seines Wohnorts Johannesburg insbesondere mit Blick auf das soziale und wirtschaftliche Gefälle in der Gesellschaft. Hinsichtlich der am 8. Mai anstehenden Wahlen sieht der Journalist in dem neuen Staatsoberhaupt Cyril Ramaphosa einen Hoffnungsträger im Kampf gegen soziale Ungleichheit und Korruption. Der Ausgang der Wahl sei richtungsweisend – nicht nur für die Zukunft des südafrikanischen Präsidenten, sondern auch für die des gesamten ANC.


Nach der Lesung fand eine lebendige Diskussion mit den 60 Teilnehmenden statt. Die Veranstaltung wurde in Partnerschaft mit dem Deutsch-Südafrikanischen Forum organisiert, welches im Anschluss an die Veranstaltung seine Gründungsversammlung abhielt.

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Datum: 18.03.2019
Uhrzeit: 18:30 Uhr
Ort: Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Ziegelstraße 30, 10117 Berlin


12.03.
2019

Fachgespräch: Afrika in den deutschen Medien - zwischen Stereotypen, Klischees und Realismus

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Die Staaten des afrikanischen Kontinents befinden sich auf vielen Ebenen in einem rasanten Wandel. Eine Anpassung durch eine differenzierte Berichterstattung in den deutschen Medien scheint hingegen kaum stattzufinden. Medienhäuser haben im Gegenteil ihre Präsenz vor Ort merklich durch die Streichung von Büros und Auslandskorrespondenten reduziert. So verstetigen sich oftmals in der Berichterstattung über Afrika zwei Stereotype: Das vom Chancenkontinent mit aufstrebenden Märkten und großen Möglichkeiten für ausländische Investoren. Auf der anderen Seite grassierende Korruption, Dürre, Hungersnöte, Wahlbetrug, Gewalt und Epidemien. Andere Facetten der Entwicklung werden dabei oft ignoriert: das wachsende Selbstbewusstsein einer neuen Generation aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft, die Realitäten der wachsenden Mittelschichten, die neuen politischen und zivilgesellschaftlichen Bewegungen. Ebenso wird die Tatsache häufig übersehen, dass auf dem Kontinent zwischen Marokko und Südafrika 54 hochgradig unterschiedliche Staaten liegen.

 

Vor diesem Hintergrund veranstaltete die DAS in Zusammenarbeit mit der Deutschen Welle und Omid Nouripour MdB, außenpolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion und Vorstandsmitglied der DAS, eine Podiumsdiskussion in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft. Im Fokus der Diskussion stand, inwiefern eine facettenreiche Berichterstattung, fernab von Klischees, hin zu mehr Komplexität, in die deutschen Medien gelangen kann.

 

Veye Tatah, Chefredakteurin von Africa Positive, betonte die Veränderung innerhalb der deutschen Medienlandschaft: Wurde vor 20 Jahren noch ein katastrophales Afrikabild produziert, habe sich dieses spätestens seit der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika verändert und wurde differenzierter. Es werde nicht mehr nur von „dem einen Afrika“ gesprochen, sondern länderspezifische Berichterstattung verfolgt. Durchaus kritisch sah Markus Herold die Rolle der Zeit, welche deutlich weniger afrikarelevante Berichterstattung verfolge als beispielsweise die taz oder die Deutsche Welle.  Dies liege zum einen daran, dass bedeutend weniger Auslandskorrespondenten eingesetzt würden und zum anderen an sprachlichen Defiziten und Hindernissen beim Kontaktaufbau. Die taz setze hingegen auf freie Journalisten und könne auf ein Netzwerk zurückgreifen, um ein möglichst differenziertes Afrikabild zu präsentieren. Alle anwesenden Redakteure betonen, dass ein vielschichtiges Bild des afrikanischen Kontinents nicht nur in der Zeitung, sondern auch in Film und Fernsehen notwendig ist.

 


Begrüßung
Omid Nouripour MdB, Außenpolitischer Sprecher der Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion, Vorstandsmitglied der Deutschen Afrika Stiftung

 

Diskussion
Georg Löwisch, Chefredakteur der „Tageszeitung" (taz)
Markus Horeld, Stv. Chefredakteur von Zeit Online
Veye Tatah, Chefredakteurin von Africa Positive

 

Moderation
Thomas Mösch, Stv. Leiter der Afrika-Programme der Deutschen Welle

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Datum: 12.03.2019
Uhrzeit: 18:30 Uhr
Ort: Deutsche Parlamentarische Gesellschaft


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