Die simbabwische Jugend- und Demokratieaktivistin Namatai Kwekweza ist am Mittwochabend, 26.11.2025, im Allianz Forum in Berlin mit dem Deutschen Afrika-Preis 2025 ausgezeichnet worden. Die 26-Jährige setzt sich unerschrocken für demokratische Reformen, Rechtsstaatlichkeit, Frauenrechte und die politische Teilhabe junger Menschen ein. Mit der Auszeichnung würdigt die Deutsche Afrika Stiftung eine inspirierende junge Führungspersönlichkeit, die weit über ihr Heimatland hinaus für demokratische Erneuerung und Jugendpartizipation steht.
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, die den Preis überreichte, würdigte Kwekwezas Mut, Beharrlichkeit und Begeisterung für Demokratie, vor der sich der autoritäre Staat fürchte. Menschen wie Kwekweza, die sich für die Einhaltung der Verfassung engagieren, würden nicht nur ein juristisches Dokument, sondern auch die Würde eines Gemeinwesens verteidigen.
Kwekweza engagierte sich schon als Jugendliche für eine offene und gerechte Gesellschaft. Mit nur 18 Jahren gründete Kwekweza WELEAD Trust, heute WELEAD Africa, eine Organisation, die politische Bildung vermittelt, junge Führungspersönlichkeiten stärkt und ihre aktive Beteiligung an Entscheidungs- und Regierungsprozessen unterstützt. WELEAD führt regelmäßig Schulungen zu Verfassungs- und Demokratiebildung durch, fördert die Teilnahme junger Menschen an Wahlen und ermutigt sie, sich selbstbewusst für demokratische Reformen einzusetzen. In Nachwuchsführungskräfte-Programmen hat Kwekwezas Organisation bis heute mehr als 4.500 junge Menschen ausgebildet und mit dem Advocacy-Programm bereits über 60.000 Bürgerinnen und Bürger erreicht. Dabei findet ihr Engagement in einem zunehmend restriktiven Umfeld für Zivilgesellschaft sowie Aktivistinnen und Aktivisten in Simbabwe statt. Besonders für junge Menschen sind dabei die Handlungsspielräume in solchen repressiven Systemen begrenzt:
„Wenn man entführt oder eingesperrt wird, weil man den Mächtigen die Wahrheit sagt, ist das schwer. Aber ein Leben zu führen, das nur eine leere Hülle ist, in der die Möglichkeiten begrenzt sind, ist ebenfalls schwer. Deshalb ist es wichtig, dass junge Menschen entscheiden, in welchem ‚Gefängnis‘ – dem der Angst oder dem der inneren Leere – sie leben möchten“ – Namatai Kwekweza.
Kwekweza hat Drohungen, Gewalt und Verhaftungen selbst erlebt – viel zu viel davon mit ihren 26 Jahren, wie Claus Stäcker, Jury-Präsident des Deutschen Afrika-Preises, findet. Dennoch macht sie weiter. Für eine gerechte Zukunft. Für mehr Jugendbeteiligung. Dabei stehe Namatai Kwekweza stellvertretend für die Gen Z – nicht nur in Simbabwe, sondern auch in anderen afrikanischen Ländern wie Kenia, Madagaskar, Kamerun, Tansania. Diese Generation sei nicht länger bereit hinzunehmen, dass politische Systeme ihre Würde, ihre Chancen und ihre Zukunft einschränken. Stattdessen fordere sie ein, dass Regierungen sich an Recht, Gesetz und Verfassung statt an Gier und Machtkalkül halten.
Kwekwezas Einsatz macht aber auch deutlich, dass Demokratie kein Selbstläufer ist, sondern täglich verteidigt werden muss. Die Präsidentin der Deutschen Afrika Stiftung, Dr. Uschi Eid, hob dies ebenfalls in ihrer Rede hervor:
„Demokratie ist kein Zustand – sie fordert uns täglich heraus und sie zu verteidigen ist eine Aufgabe, der wir uns alle immer wieder neu stellen müssen. Das gilt nicht nur in Simbabwe oder Afrika, sondern auch in Deutschland und Europa.“