Am 15. April 2026 haben Deutschland und die Afrikanische Union zusammen mit der Europäischen Union, Frankreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten gemeinsam die dritte internationale Ministerkonferenz zum Sudan in Berlin ausgerichtet. Die Konferenz markierte drei Jahre seit Kriegsbeginn und zielte darauf ab, humanitäre Unterstützung zu mobilisieren und Friedensbestrebungen für den Sudan vor dem Hintergrund einer sich zuspitzenden Krise aus Vertreibung, Massenverbrechen und unerfüllten humanitären Bedürfnissen voranzutreiben.
Internationale Vermittlungsbemühungen unter der Schirmherrschaft des „Quad“ (USA, Saudi-Arabien, Ägypten, Vereinigte Arabische Emirate) und des „Quintetts“ (Vereinte Nationen, Afrikanische Union, Arabische Liga, Zwischenstaatliche Behörde für Entwicklung (IGAD), Europäische Union) haben sich in den letzten sechs Monaten intensiviert. Bis heute ist es ihnen jedoch nicht gelungen, die Waffen niederzulegen, einen humanitären Waffenstillstand zu erzielen oder einen glaubwürdigen politischen Rahmen zur Lösung des vielschichtigen sudanesischen Konflikts zu schaffen. Die Einbeziehung organisierter sudanesischer ziviler Stimmen bleibt eine große Herausforderung im Prozess.
Der zivile Teil der Internationalen Sudan-Konferenz in Berlin bietet die Möglichkeit, die internationalen Friedensbemühungen gezielt weiterzuentwickeln, das zivile Engagement zu stärken und bestehende Herausforderungen im Prozessdesign anzugehen. Vor diesem Hintergrund haben die Heinrich-Böll-Stiftung, die Friedrich-Ebert-Stiftung, Amnesty International, das Sudan und Südsudan-Forum e. V., borderline-europe sowie die Deutsche Afrika Stiftung zu einer Diskussionsrunde eingeladen. Im Mittelpunkt standen dabei die Einbeziehung ziviler Gruppen in Friedensverhandlungen, humanitäre Waffenstillstandsvereinbarungen, die Abstimmung politischer und zivilgesellschaftlicher Ansätze sowie die Entwicklung einer zivilen Roadmap für nachhaltigen Frieden.
Agenda:
Präsentation zur Zivilen Agenda für Frieden im Sudan (entwickelt von der Sudanese Civilian Convergence Tracks Initiative – SCCT)
Ahmed Kodouda, Sudanesische Initiative für zivile Konvergenzspuren (SCCT)
Podiumsdiskussion über die Einbeziehung der Zivilbevölkerung in Friedensverhandlungen, humanitäre Waffenstillstandsvereinbarungen, die Ausrichtung politischer und ziviler Wege sowie zivile Fahrpläne für nachhaltigen Frieden
- Aisha Hamad, Sudanese Civilian Convergence Tracks Initiative – SCCT
- Osman Munsour, Kaja Organisation für Frieden und Entwicklung
- Suleiman Baldo, Sudan Transparency and Policy Tracker – STPT
- Manisha Varuni Ushani Agalawatta, Büro des persönlichen Gesandten des Generalsekretärs der Vereinten Nationen für Sudan, Quintet Initiative
Moderation: Marina Peter, Sudan und Südsudan-Forum e. V.
* Alle sudanesischen Moderatoren/Podiumsteilnehmer nehmen an der Sudanese Civilian Convergence Tracks Initiative (SCCT) teil
Haftungsausschluss: Das Panel war ein offener Meinungsaustausch. Nicht alle einladenden Organisationen unterstützen alle während der Veranstaltung geäußerten Meinungen.