Launch von Joining Forces for Africa
Ein Projekt der sechs größten internationalen Kinderrechtsbündnissen

Das Kinderrechtsbündnis Joining Forces in Africa erhält 10 Millionen Euro von der Europäischen Union für den Schutz von Kindern vor Gewalt in der Covid-19-Krise. Unter der Leitung von Plan International sollem 718.000 Kinder in fünf afrikanischen Ländern im Rahmen des dreijährigen Projekts gefördert werden.

 

„Unter den negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie leiden gerade die Kinder am stärksten. Sie sind die verborgenen Opfer dieser Krise“ sagt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. „Durch die Ausgangsbeschränkungen sind Mädchen und Jungen einem hohen Risiko von häuslicher und sexueller Gewalt ausgesetzt. Mit dem Joining Forces for Africa haben wir ein leistungsfähiges und umsetzungsstarkes Projekt geschaffen, welches mit der finanziellen Unterstützung der Europäischen Union das Leben von Hunderttausenden Mädchen und Jungen verbessern kann.“ Das Projekt „Joining Forces for Africa – Schutz von Kindern vor Gewalt während der COVID-19 Krise und darüber hinaus“ (JOFA) steht unter der Leitung von Plan International Deutschland. In Deutschland zählt außerdem World Vision zu den Projekt-Trägern.

 

Rund 718.000 Kinder sollen in den kommenden drei Jahren vom Joining Forces for Africa-Projekt profitieren. Es wird in Äthiopien, Kenia, Mali, Senegal und Uganda durchgeführt. Diese Länder sind aufgrund eines hohen Risikos negativer Auswirkungen durch die Pandemie und des daraus resultierenden Bedarfs an Kinderschutz vor Ort ausgewählt worden. „Unsere Analysen vor Ort zeigen, dass sich Lücken im Kinderschutz und mangelnde Unterstützung jetzt dramatischmauswirken“, so Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender von World Vision Deutschland.

 

Danach ist die Gewalt an Kindern durch Eltern gestiegen, ebenso nahmen sexueller Missbrauch und Vergewaltigungen an Mädchen sowie Kinderschwangerschaften zu. Es gibt Berichte, dass Familien sexuelle Gewalttaten an ihren Kindern nicht melden, weil sie fürchten, sich auf Polizeistationen oder in Gesundheitseinrichtungen mit dem Coronavirus zu infizieren. Durch die eingestellten Schulspeisungen erhalten Kinder und Jugendliche keinen regelmäßigen Zugang mehr zu Mahlzeiten. Es fehlen Lernmaterialien für den Unterricht zu Hause, trotz vieler Anstrengungen von NGOs und Regierungen, Bildung weiterhin zu ermöglichen. Weil die Familien als Folge der Pandemie ihre Lebensgrundlagen verloren haben, werden Kinder zur Arbeit, etwa im Bergbau, gezwungen, sie werden von kriminellen Banden rekrutiert und als Drogenkuriere eingesetzt.

 

Neben Plan International und World Vision sind auch ChildFund International, Save the Children, Terre des Hommes und SOS-Children’s Villages International an der Durchführung des Projekts beteiligt.

 

Zu den konkreten Maßnahmen zählen unter anderem:

Stärkung und Aufbau von Kindernotrufnummern, um es Mädchen und Jungen zu ermöglichen, Vorfälle sexueller Gewalt vertraulich zu melden.

Training in Kinder- und Jugendclubs: Mädchen und Jungen werden über ihre Rechte aufgeklärt, damit sie diese in ihren Familien und Gemeinden einfordern und vertreten können.

Unterstützung der Eltern bei der Stressbewältigung, beim Aufbau von Fähigkeiten für eine positive Elternschaft und bei der gegenseitigen Unterstützung in schwierigen Zeiten

Erstellung und Verteilung von Informationsmaterial für Familien und Kinder zum Kinderschutz, um das Bewusstsein dafür in den Gemeinden zu erhöhen.

 

Weitere Informationen zum Projekt und der Allianz finden Sie hier

Deutsche-Afrika-Stiftung-Pressemitteilung-Joining-Forces-for-Africa-Plan-International-und-World-Vision

20.1.2021, Plan International Deutschland e.V. und World Vision Deutschland e.V.
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