Behördliche Untersuchung zum Rückzug von Uber in Nigeria eingeleitet
Am Sonntag leitete die Bundeskommission für Wettbewerb und Verbraucherschutz (Federal Competition and Consumer Protection Commission, FCCPC) in Nigeria eine Untersuchung zum abrupten Rückzug des US-Unternehmens Uber aus dem nigerianischen Markt ein. Uber hatte zuvor am 2. September angekündigt, seinen Betrieb in Nigeria und Uganda mit sofortiger Wirkung einzustellen. Die Kommission prüft nun, ob der Mobilitätsdienstleister seinen Verpflichtungen gegenüber der Kundschaft im Zuge der Betriebseinstellung nachgekommen ist und wie mit nicht erbrachten Leistungen verfahren wird.
In einer offiziellen Stellungnahme erklärte Uber, es habe nach eingehender Prüfung seiner Geschäftsprioritäten die Entscheidung getroffen, die Aktivitäten in Nigeria und Uganda einzustellen. Der Rückzug beschränke sich ausschließlich auf diese beiden Märkte und habe keine Auswirkungen auf Ubers übrige Geschäftstätigkeit in Afrika. Weitere Details nannte der Konzern zunächst nicht. Wie viele Fahrerinnen und Fahrer sowie Fahrgäste von dem Rückzug betroffen sind und ob Vermögenswerte verkauft werden, ist bislang unklar. Inzwischen haben ausgewählte Fahrerinnen und Fahrer eine einmalige Zahlung von 40.000 Naira (rund 26 Euro) erhalten, die Uber zuvor als „Geste des guten Willens” angekündigt hatte. Die Zahlung erhielten Fahrerinnen und Fahrer, die in den vergangenen drei bis sechs Monaten auf der Plattform aktiv waren; bestehende Verbindlichkeiten gegenüber Uber wurden teilweise abgezogen. Weiterhin offen bleibt die Frage nach der künftigen Nutzung und den Finanzierungsverpflichtungen von Fahrzeugen, die über die Partnerschaft zwischen Uber und dem Mobilitätsunternehmen Moove finanziert wurden. Im Rahmen der Partnerschaft konnten Fahrerinnen und Fahrer über Moove Fahrzeuge für den UberGo-Dienst finanzieren, durften damit jedoch ausschließlich über Uber und keinen anderen Fahrdienstvermittler Fahrten anbieten.
Ubers Geschäft in Nigeria war zuletzt von steigenden Betriebskosten, hoher Inflation, Währungsschwankungen und zunehmendem Wettbewerb im Fahrdienstmarkt geprägt gewesen. Insbesondere der Wegfall der staatlichen Benzinsubventionen 2023 führte zu einem deutlichen Anstieg der Kraftstoffpreise und wiederholt zu Protesten von Fahrerinnen und Fahrern gegen niedrige Tarife und hohe Provisionen. Zuletzt geriet Uber zudem mit der Federal Airports Authority of Nigeria (FAAN) über die Bedingungen für Fahrdienste an Flughäfen aneinander. Das US-Unternehmen hatte 2014 seinen Betrieb in Lagos aufgenommen, expandierte anschließend in weitere Städte Nigerias und erweiterte 2019 sein Angebot in Lagos um einen Bootsservice, um Pendlerinnen und Pendlern eine Alternative zum stark belasteten Straßenverkehr zu bieten. In Uganda war das Unternehmen seit 2016 aktiv. Der Rückzug aus Nigeria und Uganda erfolgte im Rahmen einer weltweiten Umstrukturierung des Unternehmens, das den Abbau von mehr als 3.000 Stellen weltweit ankündigte, um sich stärker auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Bereits im Januar hatte sich Uber aus Tansania zurückgezogen, im vergangenen Jahr aus der Côte d’Ivoire. Damit ist der US-amerikanische Fahrdienstvermittler künftig nur noch in fünf afrikanischen Ländern präsent: Ägypten, Ghana, Kenia, Marokko und Südafrika. Auch in Südafrika wurde in diesem Monat eine Verkleinerung des Angebots angekündigt – hier soll der kostengünstigere Service UberX wegfallen.
Debatte über den weiteren Ausbau von Rechenzentren in Südafrika
Der rasche Ausbau von Rechenzentren in Südafrika wirft zunehmend Fragen hinsichtlich des Bedarfs an Strom, Wasser und Land sowie zu möglichen Auswirkungen auf die Menschenrechte auf. Mehr als 250 Stellungnahmen sind im Rahmen eines von der Südafrikanischen Menschenrechtskommission (South African Human Rights Commission, SAHRC) im Mai angestoßenen Konsultationsprozesses eingegangen, wie verschiedene Medien am Wochenende berichteten. Die Kommission hatte angesichts zunehmender öffentlicher Bedenken Akteurinnen und Akteure aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und staatlichen Stellen dazu aufgerufen, schriftliche Stellungnahmen zu den menschenrechtlichen Auswirkungen des Ausbaus von Rechenzentren und digitaler Infrastruktur einzureichen. Mit dem Prozess soll unter anderem geprüft werden, ob die bestehenden rechtlichen, regulatorischen und Governance-Rahmenbedingungen mit den verfassungsrechtlichen und internationalen Menschenrechtsstandards vereinbar sind.
Zuletzt hatte die Genehmigung von zwei Rechenzentren des US-amerikanischen Infrastrukturunternehmens Equinix in Kapstadt für Kritik gesorgt. Nach Berechnungen zivilgesellschaftlicher Organisationen könnten die geplanten Anlagen bei Verwendung eines herkömmlichen Kühlsystems mehr als 4,4 Milliarden Liter Wasser jährlich verbrauchen – in einer Metropole, in der es bereits in der Vergangenheit wiederholt zu Wasserknappheit gekommen war. Auch die benötigte Stromkapazität, die von Organisationen auf etwa 174 Megawatt geschätzt wird, sorgt vor dem Hintergrund von Südafrikas Stromversorgungskrise der vergangenen Jahre, in deren Folge es wiederholt zu großflächigen Stromabschaltungen (Loadshedding) kam, für Kritik. Zudem sind die Betreiber von Rechenzentren bislang nicht verpflichtet, den Wasser- und Stromverbrauch einzelner Anlagen offenzulegen. Ende August forderten daher fünf in Südafrika ansässige zivilgesellschaftliche Organisationen die SAHRC auf, die Auswirkungen des Ausbaus von Rechenzentren zu untersuchen und mehr Transparenz über deren Ressourcenbedarf zu schaffen. Bis entsprechende regulatorische Vorgaben geschaffen und die Auswirkungen des weiteren Ausbaus geklärt seien, solle die Genehmigung weiterer Anlagen vorübergehend ausgesetzt werden.
Die Betreiber von Rechenzentren verweisen hingegen auf den zunehmenden Einsatz neuer Kühltechnologien wie geschlossener Kühlsysteme in Südafrika, mit denen sich der Wasserverbrauch der Anlagen reduzieren lasse. So liegt nach Angaben des Branchenverbands der Internetdienstanbieter in Südafrika (Internet Service Providers Association, ISPA) der Wasserverbrauch südafrikanischer Rechenzentren bereits deutlich unter dem globalen Durchschnitt. Auch beim Strombedarf verweist die Branche auf die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien. Laut Equinix habe das Unternehmen in Südafrika bereits eine 100%ige Abdeckung mit sauberer und erneuerbarer Energie erreicht. Einen Zusammenhang zwischen dem Ausbau von Rechenzentren und Engpässen bei der Stromversorgung oder steigenden Stromtarifen weist die Branche ebenfalls zurück.
Die Stromversorgung in Südafrika hatte sich nach den schweren Krisen der vergangenen Jahre zuletzt deutlich verbessert. So führte der staatliche Stromversorger Eskom laut eigenen Angaben im aktuellen Geschäftsjahr an nur vier Tagen kontrollierte Stromabschaltungen durch, nachdem es 2024 noch an 329 Tagen zu Abschaltungen gekommen war. Zuletzt verzeichnete der Konzern gar Stromüberschüsse, wobei die Stromerzeugung des Landes weiterhin zu mehr als 80 % auf Kohle basiert. Gleichzeitig hat sich der Rechenzentrumssektor in Südafrika in den vergangenen Jahren stark entwickelt. Nach Angaben von Präsident Cyril Ramaphosa entfallen rund 70 % der afrikanischen Rechenzentrumskapazität auf Südafrika. Das Land verfügt über mehr als 60 Rechenzentren mit einer offengelegten Kapazität von rund 500 Megawatt; 2025 wurde der Marktwert auf 2,55 Milliarden US-Dollar geschätzt. Internationale und regionale Betreiber wie Equinix, Microsoft, Vantage Data Centers und Teraco bauen ihre Präsenz im Land weiter aus. Expertinnen und Experten bewerten die Forderung nach einem vorübergehenden Stopp weiterer Genehmigungen unterdessen nicht als grundsätzliche Ablehnung ausländischer Investitionen. Vielmehr könne sie dazu beitragen, klare Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau zu schaffen, die sowohl Konsumenten als auch Unternehmen absichern.
Und sonst?
Am Freitag verabschiedete die UN-Generalversammlung eine Resolution zur Reform der Weltkarte. Dabei soll die jahrhundertealte Mercator-Projektion durch die 2018 entwickelte Equal-Earth-Projektion, die die Kontinente flächentreuer abbildet, ersetzt werden. Auf ihr erscheinen Afrika, Lateinamerika, Südasien und Ozeanien deutlich größer, die USA hingegen kleiner. Die Resolution mit dem Namen Correct the Map war von Togo mit Unterstützung der Afrikanischen Union eingebracht worden. 164 Staaten stimmten dafür, darunter auch Deutschland, während sich Estland, Georgien, Litauen, Serbien, die Republik Moldau und die Ukraine enthielten. Die USA stimmten als einziges Land dagegen. Verpflichtend ist die Resolution nicht, sie soll jedoch weltweit zu einer Veränderung der Kartendarstellungen anregen. Die USA begründeten ihre Ablehnung damit, dass die Resolution eine „ideologische Agenda“ verfolge und von den „eigentlichen Problemen von internationalem Frieden, Wohlstand und guten Beziehungen“ ablenke. Togos Außenminister Robert Dussey hingegen begrüßte die Resolution als historischen Moment und betonte, dass es dabei um Gerechtigkeit, Würde und Gleichberechtigung gehe. Die Afrikanische Union hatte bereits im vergangenen Jahr ihre Unterstützung für die Kampagne Correct the Map verkündet und kritisiert, dass die Mercator-Projektion Afrika nicht angemessen darstelle und dadurch ein falsches Weltbild vermittle, das sich auf Bildung, Medien und Politik auswirke (Pressespiegel KW 34/2025).