Pressespiegel KW 45/2026: In eigener Sache
Pressespiegel 30.10.2026 bis 5.11.2026

Deutscher Afrika-Preis 2026 an Wawira Njiru verliehen

 

Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan überreicht den Preis für Njirus wegweisendes Engagement für Schulernährung, Bildungschancen und wirtschaftliche Entwicklung.

 

Berlin, [5.11.2026] – Die kenianische Ernährungsexpertin und Sozialunternehmerin Wawira Njiru ist am Mittwochabend, 4. November, mit dem Deutschen Afrika-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan überreichte die Auszeichnung bei einer Festveranstaltung im Allianz Forum in Berlin. Mit dem Preis würdigt die Deutsche Afrika Stiftung Njirus wegweisenden Ansatz, Schulernährung mit Bildungsförderung und lokaler wirtschaftlicher Entwicklung zu verbinden.

„Das Geschäftsmodell von Food4Education ist sozial und logisch“, betonte Jurypräsident Claus Stäcker in seiner Laudatio. Logisch, weil Njiru Schulernährung nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines ganzen Systems: Es erhöht nicht nur die Bildungschancen kenianischer Kinder, sondern schafft auch wirtschaftliche Kreisläufe, von denen viele profitieren – angefangen bei den Kindern und ihren Familien bis hin zu den lokalen Betrieben.

Mit ihrer Organisation Food4Education versorgt die 35-Jährige inzwischen täglich rund 730.000 Kinder in Kenia mit nahrhaften und erschwinglichen Schulmahlzeiten. An Schulen, die an den Programmen von Food4Education teilnehmen, ist die Anwesenheitsquote um bis zu 10 Prozent gestiegen, die Einschulungsquote um 27 Prozent und die Ergebnisse bei nationalen Prüfungen haben sich um 20 Prozent verbessert. Gleichzeitig eröffnet die Organisation Beschäftigungsmöglichkeiten und wirtschaftliche Perspektiven vor Ort: Rund 80 Prozent der verwendeten Lebensmittel stammen von Produzentinnen und Produzenten sowie Zulieferinnen und Zulieferern aus Kenia und der Region, über 6.000 Arbeitsplätze hat die Organisation bereits geschaffen. Dadurch sind bereits über 200 Millionen US-Dollar in die kenianische Wirtschaft geflossen, bis 2030 werden zudem geschätzte 150 Millionen US-Dollar an Einnahmen für lokale Landwirtinnen und Landwirte erwartet. Und genau so entstehe wirtschaftliche Entwicklung, die bei den Menschen ankomme und von ihnen getragen werde – durch das Zusammenwirken lokaler Unternehmen, der Zivilgesellschaft und staatlicher Stellen, unterstrich die Präsidentin der Deutschen Afrika Stiftung, Dr. Uschi Eid.

Wawira Njiru zeige, dass eine Schulmahlzeit deutlich mehr sei, als nur ein Teller Essen, hob Bundesministerin Alabali Radovan in ihrer Rede hervor. „Es ist eine Investition in die Zukunft ganzer Gesellschaften.“ Mit Food4Education habe sie Strukturen gebaut, die dauerhaft tragen und die mit dem Bedarf wachsen können – auch über Kenia hinaus.

Für Njiru ist das auch eine der zentralen Botschaften ihrer Arbeit: „Afrikanische Lösungen können nicht nur für Afrika, sondern auch für die ganze Welt als Vorbild dienen.“ Der Kontinent stecke voller Kreativität, Einfallsreichtum und Ideen. Bis 2050 werde jeder vierte Mensch weltweit afrikanischer Herkunft sein. Doch dieses Potenzial entfalte sich nicht von selbst, man müsse gezielt in junge Menschen investieren und ihre wirtschaftliche Teilhabe stärken. Dafür brauche es Partnerschaften, die auf lokaler Expertise aufbauen und gegenseitiges Lernen ermöglichen.

 

Der Deutsche Afrika-Preis© wird seit 1993 von der Deutschen Afrika Stiftung (DAS) verliehen. Er würdigt herausragende Persönlichkeiten aus afrikanischen Ländern, die sich in besonderer Weise für Demokratie, Frieden, nachhaltige Entwicklung, Umwelt, Forschung und Innovation, kulturellen Austausch und Menschenrechte einsetzen. Die Preisträgerinnen und -träger werden von einer unabhängigen 20-köpfigen Jury ausgewählt. Präsident ist Claus Stäcker, Director Programs for Africa der Deutschen Welle. Die Verleihung erfolgt durch hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Verfassungsorgane. Mit der Auszeichnung rückt die Stiftung Persönlichkeiten in den Mittelpunkt, deren Ideen und Arbeit über ihre Herkunftsländer hinaus Impulse für globale Zukunftsfragen geben. Die DAS ist eine überparteiliche Stiftung, die sich für die Vermittlung eines differenzierten Afrikabildes im politischen Raum und der deutschen Öffentlichkeit einsetzt.

 

Bilder der Preisverleihung zum Download finden Sie hier, (c)DAS/Heidi Scherm. 

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