8.7.2026, 9:00 - 10:00 Uhr, Online
DAS Gespräch – im Dialog mit…
Timo Roujean, Leiter des Auslandsbüros Demokratische Republik Kongo der Konrad-Adenauer-Stiftung

Kupfer, Kobalt, Lithium und andere strategische Rohstoffe stehen im Zentrum der globalen Energie- und Industrietransformation. Die Demokratische Republik Kongo und Sambia gehören dabei zu den wichtigsten Produzentenländern. Für sie stellt sich die Frage, wie diese Ressourcen zur eigenen wirtschaftlichen Entwicklung, Industrialisierung und regionalen Integration genutzt werden können. Vor diesem Hintergrund rücken sowohl die Anbindung an internationale Märkte als auch die Gestaltung strategischer Lieferketten zunehmend in den Fokus. Zugleich prägen diese Themen die internationalen geopolitischen Debatten.

Besondere Bedeutung kommt dabei dem Lobito-Korridor zu. Die Verbindung vom angolanischen Hafen Lobito über die BenguelaBahn bis in die kongolesisch-sambische Copperbelt-Region könnte bestehende Transportwege durch das südliche und östliche Afrika ergänzen und neue Handels- und Logistikströme ermöglichen. Zusätzliche Dynamik erhält das Vorhaben durch die Unterstützung internationaler Partner. Insbesondere die Europäische Union hat den Lobito-Korridor als eines der zentralen Projekte ihrer Global-GatewayStrategie definiert und unterstützt den Ausbau der Verkehrs- und Wirtschaftsverbindungen entlang der Route bis 2027 mit Investitionen in Höhe von 1,68 Mrd. Euro. Damit ist der Korridor weit mehr als ein logistisches Infrastrukturprojekt: Er berührt Fragen regionaler Integration und wirtschaftlicher Transformation ebenso wie Aspekte der Rohstoffsicherheit und des internationalen Wettbewerbs um strategische Lieferketten.

Die von der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Demokratischen Republik Kongo geförderte Studie „Corridor de Lobito: La reconfiguration géopolitique des flux de transport des minerais de la RDC et de la Zambie“ von Prof. Dr. Jean-Pierre Mpiana Tshitenge, Professor für Soziologie an der Universität Kinshasa, analysiert diese Entwicklungen aus historischer, geopolitischer und geoökonomischer Perspektive. Sie beleuchtet die Rolle der DR Kongo, Sambias und Angolas, die bisherigen Ausfuhrkorridore für Mineralien, die Wiederbelebung des Lobito-Korridors sowie die damit verbundenen Finanzierungs-, Governance- und Entwicklungsfragen.

Welche wirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Interessen verfolgen Angola, die DR Kongo und Sambia mit dem Ausbau des Lobito-Korridors? Welche Auswirkungen könnte der Lobito-Korridor auf den Handel mit strategischen Rohstoffen sowie auf bestehende Transport- und Lieferketten im südlichen Afrika haben? In welchem Verhältnis steht das Projekt zu den Infrastruktur- und Rohstoffstrategien Chinas, der USA und der Europäischen Union? Unter welchen Bedingungen kann der Lobito-Korridor zu einem „Entwicklungskorridor“ werden, der über den extraktiven Rohstoffexport hinaus nachhaltige wirtschaftliche Perspektiven für die Region schafft? Und welchen Beitrag können Deutschland und Europa dazu leisten?

Diese und weitere Fragen möchten wir im Rahmen von DAS Gespräch gemeinsam mit Timo Roujean, Leiter des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung e. V. in der Demokratischen Republik Kongo, diskutieren, wozu wir Sie hiermit herzlich einladen.

Bitte melden Sie sich hier bis zum 7.7.2026 an.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt. Automatisch übersetzte Untertitel stehen in mehreren Sprachen zur Verfügung, unter anderem auf Englisch, Französisch und Portugiesisch.

Gast

Timo Roujean
Leiter des Auslandsbüros Demokratische Republik Kongo der Konrad-Adenauer-Stiftung Timo Roujean leitet seit Oktober 2025 das Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo). Zuvor war er bei der Münchner Sicherheitskonferenz tätig. Bereits vor seinem Studium sammelte er im Rahmen eines weltwärts-Freiwilligendienstes praktische Erfahrungen in Kolwezi im Südosten der DR Kongo, wo er an einer Sekundarschule und in einem Gesundheitszentrum für Kinder mitarbeitete. Er studierte Politik- und Verwaltungswissenschaft an den Universitäten Konstanz und Tallinn sowie Friedensforschung und Internationale Beziehungen an der Universität Tübingen, Sciences Po Paris und der Muscat University for Sharia’a Sciences im Oman. Seine fachlichen Schwerpunkte liegen auf Rohstoffkonflikten im Globalen Süden, Mediation und interreligiösem Dialog. Im Rahmen seiner Masterarbeit führte er Feldforschung zu Rohstoffkonflikten in Katanga in der DR Kongo durch.

Veranstaltungsarchiv
Filtern
Filtern