25.3.2021 08:00 - 09:00 Uhr, online
Der Europäische Green Deal – Mehr Nachhaltigkeit oder Protektionismus durch die Hintertür? Ein Blick auf den Agrarsektor
Lecture Series Africa: Werkstattgespräche im Deutschen Bundestag

Mit dem European Green Deal stellte die EU-Kommission im Dezember 2019 eine neue, grüne Wachstumsstrategie vor, die den Rahmen für die EU-Politik der kommenden fünf Jahre definieren soll. Auch in der europäischen Handels- und Agrarpolitik soll sozialen und ökologischen Nachhaltigkeitsaspekten eine prominentere Rolle zukommen. Der Green Deal stellt jedoch insbesondere die afrikanisch-europäischen Handelsbeziehungen vor Herausforderungen: So befürchten viele afrikanische Länder, dass der Green Deal zusätzliche Handels- und Marktzugangshindernisse mit sich bringen wird, zum Beispiel durch die Erhöhung von Umweltanforderungen im Produktionsprozess oder die Einführung neuer Dokumentations- und Zertifizierungspflichten und Standards.

Europäische Subventionen, die den Green Deal und die Transformation u.a. des Agrarsektors in der EU fördern sollen, könnten zudem die Wettbewerbsfähigkeit afrikanischer Agrarexporte gefährden. Beides hätte enorme Folgen für Afrikas Wirtschaft – immerhin sind rund 60% der afrikanischen Exporte in die EU Primärgüter, der Agraranteil an der gesamtafrikanischen Wertschöpfung liegt bei 13%; 50% aller Afrikanerinnen und Afrikaner sind in der Landwirtschaft beschäftigt.

Welche Herausforderungen birgt also der European Green Deal für die afrikanisch-europäischen Beziehungen, insbesondere im Agrarbereich? Wie kann verhindert werden, dass afrikanische Unternehmen durch die Auflagen des Green Deals zusätzlich belastet werden und Exporte weiter zurückgehen, während andere Exportdestinationen für Afrika attraktiver werden? Oder kann der Green Deal angesichts Afrikas enormen Potentials im Bereich der Landwirtschaft oder erneuerbaren Energien gar zu einer Erfolgsgeschichte in den europäisch-afrikanischen Beziehungen werden?

Zur Diskussion dieser und weiterer Fragen laden Sie die Deutsche Afrika Stiftung und der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft herzlich ein.

Programm:

Begrüßung: Christoph Kannengießer, Hauptgeschäftsführer, Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft

Input: Marlene Mortler MdEP, Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung & stv. Mitglied im Entwicklungsausschuss

Impulsvortrag: Prof. Dr. Christine Wieck, Leiterin des Instituts für Agrarpolitik und Landwirtschaftliche Marktlehre, Universität Hohenheim

Diskussion: Martha Byanyima, Leiterin des Land O‘Lakes Venture37-Projekts des US-Landwirtschaftsministeriums in Ostafrika

Schlusswort: David Schwake, Generalsekretär, Deutsche Afrika Stiftung

Moderation: Larissa Pflüger, wissenschaftliche Referentin, Deutsche Afrika Stiftung

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