1.6.2022, 19:00 - 20:15 Uhr, Berlin
Verleihung des Ehrenpreises der Deutschen Afrika Stiftung an Gwen Lister
Diskussion: Pressefreiheit in Namibia und im Südlichen Afrika

Unter den afrikanischen Ländern steht Namibia seit Jahren ganz oben auf der Rangliste der Medien- und Pressefreiheit, die jährlich von Reporter ohne Grenzen in weltweit 180 Ländern erhoben wird, und liegt 2022 mit Platz 18 nur zwei Plätze hinter Deutschland (Platz 16). Auch historisch nimmt Namibia eine wichtige Rolle im Kampf für die Unabhängigkeit der Presse in Afrika ein: In der 1991 verabschiedeten Windhoek Declaration nannten Journalistinnen und Journalisten aus insgesamt 38 afrikanischen Ländern die „Schaffung, Erhaltung und Förderung einer unabhängigen, pluralistischen und freien Presse eine essentielle Voraussetzung für die Entwicklung und Aufrechterhaltung der Demokratie in einem Land und für wirtschaftliche Entwicklung“.

Eine der zentralen Stimmen und treibende Kraft der Windhoek Declaration: die politische Korrespondentin, Chefredakteurin und Herausgeberin Gwen Lister. Aufgewachsen während des Apartheidregimes in Südafrika zog es sie nach ihrem Universitätsabschluss nach Südwestafrika, dem heutigen Namibia, wo sie sich unermüdlich und unerschrocken für die Freiheit der Presse einsetzte. Staatlicher Repression, zahlreicher Verhaftungen und einem versuchten Mordanschlag durch den südafrikanischen Geheimdienst zum Trotz führte sie ihre kritische Berichterstattung fort. Auch nach der Unabhängigkeit Namibias 1990 blieben Gwen Lister und The Namibian mahnende Stimmen, die die Arbeit der neuen Regierung kritisch hinterfragten.

Inzwischen setzt sie sich als Vorsitzende der Stiftung Namibia Media Trust für die Förderung der Pressefreiheit, freie Meinungsäußerung und einen unabhängigen Journalismus in Namibia ein. Vor diesem Hintergrund wurde Gwen Lister für ihr außergewöhnliches Engagement für die Freiheit der Presse mit dem Ehrenpreis der Deutschen Afrika Stiftung geehrt. Anschließenden schilderten Gwen Lister und die Multimedia-Journalistin Josey Mahachi in einer Podiumsdiskussion ihre Erfahrungen und Einschätzungen über den Status quo der Pressefreiheit sowie die aktuellen Herausforderungen für Journalistinnen und Journalisten sowohl in Namibia als auch im Südlichen Afrika.

 

Programm:

Begrüßung:

Dr. Uschi Eid, Präsidentin, Deutsche Afrika Stiftung (Das Grußwort finden Sie hier zum Download)

 

Laudatio:

Robert von Lucius, Kuratoriumsmitglied, Deutsche Afrika Stiftung (Die Laudatio finden Sie hier zum Download)

 

Dankesrede:

Gwen Lister, Gründerin von The Namibian und Ehrenpreisträgerin (Hier finden Sie die Dankesrede)

 

Diskussion: 

Gwen Lister, Gründerin von The Namibian und Ehrenpreisträgerin
Josey Mahachi, Multimedia-Journalistin, Deutsche Welle

 

Moderation:

Klaus A. Hess, Präsident, Deutsch-Namibische Gesellschaft

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